New Fortress Energy Aktie: Reverse Split soll Nasdaq retten
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Energiekonzern New Fortress Energy greift zu drastischen Mitteln, um seine Notierung an der Nasdaq-Börse zu sichern. Wie das Unternehmen heute mitteilte, wird zum morgigen Freitag, den 11. September, eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis von 1 zu 50 wirksam. Dieser sogenannte Reverse Stock Split soll den Kurs der Anteile künstlich anheben, um die regulatorischen Anforderungen der US-Technologiebörse hinsichtlich des Mindestpreises wieder zu erfüllen. Die Maßnahme ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass die laufende finanzielle Restrukturierung des Konzerns erfolgreich abgeschlossen wird.
Kampf gegen das Nasdaq-Delisting
Die Entscheidung für die Zusammenlegung der Anteilscheine folgt auf eine Phase massiver Kursverluste, in der der Wert des Unternehmens an der Börse erheblich schrumpfte. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 77 % und markierte am 24. August ein 52-Wochen-Tief bei 0,2150 Euro.
Ohne den nun angekündigten Split droht dem Unternehmen der Ausschluss vom regulierten Handel, da der Börsenpreis seit längerer Zeit unter der geforderten Marke von einem US-Dollar verharrt. Die aktuelle Marktkapitalisierung beläuft sich nach den jüngsten Abwertungen auf umgerechnet 96,86 Millionen Euro.
Massive Verluste und Schuldenlast
Die finanzielle Lage von New Fortress Energy stellt sich laut den jüngsten Quartalsberichten als äußerst angespannt dar. Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 312,5 Millionen US-Dollar, verbuchte jedoch gleichzeitig einen Nettoverlust von 371,4 Millionen US-Dollar. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich, die im Schnitt lediglich mit einem Verlust von 0,21 US-Dollar je Aktie gerechnet hatten; tatsächlich belief sich das Minus auf 1,30 US-Dollar pro Anteilsschein.
Zum Ende des ersten Halbjahres am 30. Juni summierte sich der Nettoverlust für die ersten sechs Monate des Jahres bereits auf 773,6 Millionen US-Dollar.
Fortschritte bei der Restrukturierung und Personalwechsel
Angesichts einer Gesamtverschuldung von 8,86 Milliarden US-Dollar und einem Defizit beim Eigenkapital von 432,4 Millionen US-Dollar zum Stichtag am 30. Juni warnte das Management in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bereits vor erheblichen Zweifeln am Fortbestand des Unternehmens. Sollte die umfassende Restrukturierung nicht gelingen, drohe den Aktionären im schlimmsten Fall ein Totalverlust.
Ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung wurde bereits im Juli vollzogen, als Gerichte im Vereinigten Königreich und in den USA die Sanierungspläne für Schulden im Volumen von 9,6 Milliarden US-Dollar anerkannten. Begleitet wird diese kritische Phase von einem Umbruch in der Führungsebene.
Nachdem bereits Anfang Juli der Chief Accounting Officer ausgetauscht wurde, legte am 21. August auch der Finanzvorstand Christopher S. Guinta sein Amt nieder. Das Unternehmen befindet sich derzeit auf der Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für die CFO-Position.
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