Newell Brands Aktie: Umsatzplus trifft Impairment
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:46 Uhr | Redaktion boerse-global.deNewell Brands wächst das zweite Quartal in Folge, schreibt unter dem Strich aber rote Zahlen. Der Grund ist eine einmalige, nicht zahlungswirksame Belastung. Operativ zeigt der Konsumgüterkonzern Fortschritte, nur der Ausblick fürs Schlussquartal dämpft die Stimmung leicht.
Operativ besser, bilanziell belastet
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 3,7 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Das organische Wachstum lag bei 3,3 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,20 Dollar, nach 0,17 Dollar im Vorjahr, und entsprach dem Analystenkonsens.
Die bereinigte operative Marge verbesserte sich auf 9,8 Prozent, nach 8,9 Prozent im Vorjahresquartal. Die Bruttomarge legte auf 35,2 Prozent zu. Unter dem Strich steht dennoch ein Verlust von 81 Millionen Dollar, nach einem Gewinn von 21 Millionen Dollar vor einem Jahr. Ursache ist eine Wertminderung von 101 Millionen Dollar auf einen Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer.
Home-Sparte zieht, Outdoor bremst
Getragen wurde das Wachstum von der Sparte Home & Commercial Solutions. Sie setzte rund 1,01 Milliarden Dollar um, das organische Plus betrug 6,0 Prozent. Die Wertminderung fiel ebenfalls hier an.
Learning & Development wuchs organisch um 2,3 Prozent, mit Schreibwaren als Treiber, während das Babygeschäft ungefähr stagnierte. Outdoor & Recreation schwächelte dagegen: Der organische Umsatz sank um 6,4 Prozent, der operative Verlust weitete sich aus.
CEO Chris Peterson verwies auf ein breit angelegtes Wachstum. Vier von sechs Geschäftsbereichen und sieben der zehn größten Marken legten zu.
Ausblick: Umsatz höher, Gewinn unverändert
Für 2026 hebt das Unternehmen die Umsatzprognose auf 2 bis 3 Prozent Wachstum an, zuvor waren es 1 bis 2 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll weiter 0,74 bis 0,76 Dollar betragen. Die Mittelpunkte der Margen- und Gewinnziele bleiben damit erhalten.
Für das vierte Quartal peilt Newell 0,17 bis 0,19 Dollar je Aktie an. Der Mittelwert von 0,18 Dollar liegt unter dem Konsens von 0,19 Dollar. Die Aktie gab vorbörslich um rund 2,4 Prozent nach.
Zudem senkt das Management die Prognose für den operativen Cashflow auf etwa 150 Millionen Dollar. Zwei Sonderfaktoren erklären das: die Beendigung bestimmter Pensionspläne und geringere Erlöse aus dem Forderungsverkauf, auf den der Konzern nach der Refinanzierung weniger setzt.
Schulden bleiben das Thema
Die Verschuldung liegt bei 4,8 Milliarden Dollar. Im Quartal platzierte Newell Anleihen über 600 Millionen Dollar mit 6,250 Prozent Zinsen und Laufzeit bis 2031. Damit löste das Unternehmen Papiere mit 6,375 Prozent ab. Eine neue Kreditlinie über 800 Millionen Dollar läuft ebenfalls bis 2031.
Finanzchef Mark Erceg stellte in Aussicht, Schulden und Forderungsverkäufe im laufenden Jahr um einige hundert Millionen Dollar zu senken. Die Zinslast von 86 Millionen Dollar im Quartal zeigt, wie viel Spielraum dadurch frei würde.
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