Newmont Mining Aktie: Freedom Broker stuft auf Halten ab
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deFreedom Broker hat Newmont heute von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft. Vor den für heute nach US-Börsenschluss angekündigten Quartalszahlen rückt das Analysehaus operative Risiken und Kosteninflation in den Mittelpunkt. Das Kursziel sinkt von 130 auf 116 USD. Damit stehen nicht allein die kurzfristigen Ergebnisse zur Debatte, sondern auch die längerfristige Ertragskraft.
Die Aktie verliert heute -3,7% und notiert bei 100,42 €. Der Rückgang fällt damit auf einen Tag, an dem sowohl neue Geschäftszahlen als auch eine vorsichtigere Analysteneinschätzung die Erwartungen prägen.
Freedom Broker senkt die Gewinnerwartungen
Die Analysten nennen Umsetzungsrisiken bei Lihir und Cadia sowie Kosteninflation im australischen Portfolio. Ihre EBITDA-Prognose für 2027 kürzen sie um 16% auf 16,5 Mrd. USD.
Der Bewertungsmaßstab verschiebt sich damit über den unmittelbar anstehenden Bericht hinaus. Entscheidend ist aus Sicht des Analysehauses nicht nur, wie profitabel Newmont zuletzt gearbeitet hat. Ebenso wichtig ist, ob das Unternehmen seine operative Leistung verlässlich umsetzen und den Kostendruck begrenzen kann.
Für den heutigen Bericht erwartet Freedom Broker einen Umsatz von 6,44 Mrd. USD. Das bereinigte EBITDA veranschlagt das Haus auf 3,96 Mrd. USD und den bereinigten Gewinn je Aktie auf 2,25 USD.
Diese Schätzungen sind Erwartungen, keine bereits gemeldeten Ergebnisse. Die Herabstufung verbindet daher einen konkreten kurzfristigen Ergebnisausblick mit größerer Vorsicht beim längerfristigen Gewinnpotenzial.
Produktion und Stückkosten im Mittelpunkt
Newmont hatte für das dritte Quartal eine Produktion auf dem Niveau des Vorquartals erwartet. Zugleich stellte das Management höhere Stückkosten wegen höherer Erhaltungsinvestitionen in Aussicht. Trotz beobachteter Ölpreis- und indirekter Kosteninflation hielt es an der Kostenprognose fest.
Im zweiten Quartal 2026 lagen die umfassenden nachhaltigen Förderkosten, kurz AISC, bei 1.621 USD je Unze. Die Jahresprognose beträgt etwa 1.680 USD je Unze.
Damit erhält die Entwicklung der Stückkosten besonderes Gewicht. Für Anleger zählt, ob die angekündigten höheren Belastungen innerhalb des bisherigen Kostenrahmens bleiben. Die von Freedom Broker genannten operativen Risiken machen zugleich die Erläuterungen zu den einzelnen Standorten relevant.
Finanzkraft bietet ein Gegengewicht
Der freie Cashflow erreichte im zweiten Quartal 2026 insgesamt 2,2 Mrd. USD. Newmont bezeichnete dies als Rekord für ein zweites Quartal.
Auch von der Bonitätsseite kommt ein positives Signal: S&P bestätigte das Rating BBB+ und hob den Ausblick auf positiv an. Das steht der vorsichtigeren Aktienbewertung von Freedom Broker gegenüber, ohne deren operative Bedenken aufzuheben.
Der heutige Bericht muss deshalb zwei Fragen zusammenführen: Wie belastbar ist die laufende Mittelgenerierung, und wie entwickelt sich die Kostenbasis? Ein starkes Quartalsergebnis allein würde die längerfristigen Umsetzungsrisiken noch nicht entkräften. Dafür sind vor allem die Aussagen zu Produktion, Investitionen und Kostenkontrolle entscheidend.
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