Nexa, Aktie

Nexa Aktie: Übernahmepoker und Rekord-Ebitda

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nexa überzeugt mit starkem operativem Quartal, doch Sonderfaktoren und ein möglicher Kontrollwechsel bei Votorantim belasten die Aktie.

Nexa Resources: Rekord-Ebitda und möglicher Eigentümerwechsel
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Sonnenuntergang als Symbol für Bergbau und Unternehmenswachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zinkpreise auf Mehrjahreshoch, ein Ebitda-Sprung von 78 Prozent — und mittendrin ein möglicher Kontrollwechsel beim Mehrheitsaktionär. Bei Nexa Resources kommen im zweiten Quartal 2026 operative Stärke und strategische Unsicherheit gleichzeitig auf den Tisch.

Der Umsatz kletterte auf 907,9 Millionen Dollar und übertraf die Erwartungen der Wall Street um gut drei Prozent. Beim Gewinn je Aktie hakte es dagegen: 0,52 Dollar standen 0,77 Dollar Prognose gegenüber, ein Fehlbetrag von rund 32 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 98 Millionen Dollar — deutlich mehr als die 13 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, aber unter den 118 Millionen Dollar aus dem ersten Quartal 2026.

Steuerzahlung und Werksbrand belasten das Ergebnis

Der Grund für den Ergebnis-Rückstand liegt weniger im operativen Geschäft als in zwei Sonderfaktoren. Eine Zahlung von 131 Millionen Dollar an die peruanische Steuerbehörde SUNAT im Zusammenhang mit dem Stabilitätsabkommen von Cerro Lindo drückte auf den freien Cashflow. Ohne diese Zahlung wäre der Free Cashflow mit 120 Millionen Dollar deutlich positiv gewesen, so aber blieb er mit minus 10 Millionen Dollar knapp im Minus.

Hinzu kam ein Brand im Mai im Gießereigebäude der Schmelzanlage Cajamarquilla, der die Schmelzvolumina drückte. Die Kathodenproduktion lief während der Reparaturen weiter, und im Juni normalisierte sich der Betrieb wieder. Das Management rechnet damit, die verlorenen Mengen im zweiten Halbjahr aufzuholen.

Operativ zeigte das Unternehmen dagegen klare Fortschritte. Das bereinigte Ebitda stieg auf 286 Millionen Dollar, die Marge kletterte auf 31,5 Prozent. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum Ebitda sank auf das 1,4-Fache, nach 2,28 im Vorjahresquartal — Nexa peilt zum Jahresende sogar das Ein-Fache an. Am Bergwerk Aripuanã ging der vierte Absetzfilter in Betrieb und hob die Kapazitätsauslastung Ende Juni auf 86 Prozent. Bei Cerro Lindo startete zudem das sogenannte Block-Caving-Verfahren, das langfristig niedrigere Stückkosten und Zugang zu höherwertigem Erz verspricht.

Boliden prüft Einstieg bei Mehrheitsaktionär Votorantim

Die größere strategische Frage betrifft aber nicht die Betriebszahlen, sondern den Eigentümer. Im Juli bestätigten Votorantim und der schwedische Bergbaukonzern Boliden öffentlich Gespräche über eine mögliche Übernahme der Kontrollmehrheit an Nexa. Bislang ist offen, ob und zu welchen Bedingungen ein solcher Deal zustande kommt.

Die Ratingagentur S&P reagierte prompt und setzte das Investment-Grade-Rating von Nexa ("BBB-") auf CreditWatch mit negativer Tendenz — ausdrücklich wegen des möglichen Kontrollwechsels, nicht wegen der operativen oder finanziellen Lage. Die Bewertungen von Fitch und Moody's blieben bislang unverändert.

Auf eine direkte Frage nach M&A-Ambitionen angesichts der sinkenden Verschuldung reagierte das Management zurückhaltend. Vorrang habe weiterhin der Schuldenabbau, größere Übernahmen im Bereich von 800 Millionen bis einer Milliarde Dollar seien mit der aktuellen Bilanz derzeit nicht realistisch.

Die Produktionsprognose für 2026 bleibt unverändert, ebenso das Investitionsbudget von 381 Millionen Dollar, das stärker auf das zweite Halbjahr gewichtet wird. Am 11. August zahlt Nexa zudem eine von der Hauptversammlung im Juni beschlossene Kapitalrückzahlung von 0,132136 Dollar je Aktie aus. Wie sich die Gespräche zwischen Votorantim und Boliden konkret entwickeln, dürfte in den kommenden Wochen die eigentliche Kursfrage sein — nicht die Quartalszahlen.

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