Nike: Aktie stürzt nach China-Einbruch
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Sportartikelkonzern Nike hat seine Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr spürbar zurückgenommen. Eine anhaltende Absatzschwäche im wichtigen chinesischen Markt sowie ein verfehlter Quartalsumsatz belasten die Geschäftsentwicklung.
Das Management reagiert mit einem umfassenden Sparprogramm und kündigte einen weiteren Stellenabbau an. Am Markt geriet das Papier stark unter Druck: Im heutigen Handel fiel der Kurs um 9,8 Prozent auf 28,16 Euro und notiert damit nur noch 0,6 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
China-Geschäft bricht erneut zweistellig ein
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 sank der Konzernumsatz um 4 Prozent auf 11,21 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte Nike die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten. Während das Geschäft in Nordamerika währungsbereinigt um 2 Prozent zulegen konnte, brach der Erlös in der Region Greater China währungsbereinigt um 26 Prozent ein. Es war bereits das neunte Verlustquartal in Folge auf diesem Markt.
Das Management unter CEO Elliott Hill zieht daraus personelle und strukturelle Konsequenzen. Unter dem Namen „Pace“ führt das Unternehmen ein Restrukturierungsprogramm ein. Bis zum Geschäftsjahr 2031 sollen kumulierte Einsparungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar erzielt werden.
Die geografischen Regionen werden von vier auf drei gebündelt, zudem ist ein neuer Campus im indischen Bengaluru geplant. Der damit verbundene Stellenabbau unter den weltweit Beschäftigten soll im Kalenderjahr 2027 beginnen.
Kürzere Modellzyklen und reduzierte Jahresziele
Um die Begehrlichkeit der Kernmarken wiederherzustellen, kündigte der Konzern zudem Änderungen an der Produktstrategie an. In den vergangenen Quartalen hatte ein Überangebot an Sneakern zu Rabatten und Margendruck geführt.
Künftig will Nike das Volumen und die Erscheinungshäufigkeit bestimmter Retromodelle der Marke Jordan gezielt verringern.
Diese Eingriffe belasten die Ertragslage kurzfristig spürbar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,15 und 1,35 US-Dollar liegen. Vor Beginn des Umbaus hatten Marktbeobachter noch deutlich höhere Werte erwartet.
Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die gedämpften Aussichten führten bei Analysehäusern umgehend zu Anpassungen ihrer Einschätzungen.
Das Analysehaus Jefferies behielt seine Einstufung auf Buy zwar bei, reduzierte den Zielwert für die Aktie jedoch von 75 auf 60 US-Dollar. Die kommenden Quartale dürften jedoch vor allem im Zeichen der operativen Bereinigung stehen.
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