Nokia, Aktie

Nokia Aktie: Sparprogramm kostet mehr

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Erlöse und Gewinne treffen auf steigende Umbaukosten; KI- und Cloud-AuftrÀge wachsen im Jahresvergleich um 123 Prozent.
Nokia Oyj (FI0009000681) Börsen-Editorial zeigt Kursdiagramm-Bildschirm mit Blick auf Helsinki Finanzdistrikt bei Nacht Illustration mit AI erstellt.

Gute Zahlen, trotzdem rote Vorzeichen: Nokia ĂŒbertrifft im dritten Quartal die Erwartungen, kĂŒndigt aber höhere Kosten fĂŒr den laufenden Konzernumbau an. Die Aktie gibt in Helsinki zeitweise um 1 Prozent auf 8,15 Euro nach.

Starkes Quartal, teurer Umbau

Der Umsatz wuchs um zehn Prozent auf 5,15 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn legte um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro zu. Besonders auffĂ€llig: Die vergleichbare operative Marge erreichte 11,7 Prozent, erwartet waren 8,9 Prozent. Ein Teil dieses Beats geht allerdings auf vorgezogene Erlöse aus dem Schlussquartal zurĂŒck.

Unter dem Strich blieben 156 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Das Sparprogramm, das Nokia Ende 2025 aufgelegt hat, wird teurer als geplant. Statt 800 Millionen Euro dĂŒrften es 1,1 Milliarden Euro werden. Zudem kĂŒrzt Konzernchef Justin Hotard die Investitionen. Die Kosten sollen bis Ende 2026 wie vorgesehen um 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro sinken.

KI-Netze als Treiber

Hotard richtet den Konzern stĂ€rker auf Rechenzentren und KI aus. Das klassische GeschĂ€ft mit Mobilfunkbetreibern hatte zuletzt geschwĂ€chelt. DafĂŒr lĂ€uft es bei IP-Netzen: Der Umsatz stieg um 43 Prozent, wohl auch dank zusĂ€tzlicher Switch-VerkĂ€ufe an Google. Optische Netze legten um 18 Prozent zu, werden aber noch von KapazitĂ€tsengpĂ€ssen gebremst.

Die KI- und Cloud-AuftrÀge stiegen im Jahresvergleich um 123 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal waren es allerdings noch 2,8 Milliarden Euro. Das Wachstum bleibt damit schwankungsanfÀllig.

FĂŒr IP und Optical zusammen erwartet Nokia 2026 etwas mehr als die bisher avisierten 18 bis 20 Prozent Wachstum. FĂŒr 2027 stellt der Konzern 25 bis 30 Prozent in Aussicht. Beim operativen Konzerngewinn bleibt es 2026 bei der breiten Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro.

Aktie weit unter Jahreshoch

Seit dem Jahreshoch von fast 15 Euro Anfang Juni hat das Papier 44 Prozent verloren. Marktbeobachter verweisen auf einen abkĂŒhlenden KI-Zyklus, der die Aktie technisch belastet. Auf Sicht von zwölf Monaten legte der Börsenwert dennoch um etwa drei Viertel auf 47 Milliarden Euro zu. Deshalb ist Nokia seit September wieder im EuroStoxx 50 gelistet.

Der Investmentcase hĂ€ngt damit am KI-Netzausbau. Gelingt es Nokia, die starke Nachfrage nach IP- und optischen Netzen ohne neue KapazitĂ€tsengpĂ€sse in Umsatz zu verwandeln, rĂŒckt die Zielspanne fĂŒr 2027 in Reichweite.

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