Nokia, Aktie

Nokia Aktie: Ukraine setzt auf Finnland

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 01:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine AbsichtserklÀrung mit Nokia und ICEYE zielt auf ukrainische Verteidigungs- und Satellitenkommunikation; AuftrÀge und Umsatz bleiben offen.
Nokia Oyj (FI0009000681) Pop-Art-Comic zeigt begeisterten Ingenieur vor riesigem Sendemast mit Halbton-Signalwellen Illustration mit AI erstellt.

Wenn Drohnen mitten im Flug die Verbindung verlieren, wird Kommunikationstechnik zur Frage der nationalen Sicherheit. Genau das hat die Ukraine in den vergangenen Tagen erlebt. Jetzt sucht Kiew Alternativen zu Starlink und hat dafĂŒr Nokia und den finnischen Satellitenbetreiber ICEYE ins Boot geholt.

AbsichtserklÀrung ohne Details

Das ukrainische Verteidigungsministerium unterzeichnete mit beiden Unternehmen eine AbsichtserklÀrung. Sie soll den Aufbau neuer Verteidigungs- und SatellitenkommunikationsfÀhigkeiten voranbringen. Der Schritt fiel in den Besuch des finnischen MinisterprÀsidenten Petteri Orpo in Kiew.

Konkrete Inhalte, ein Zeitplan oder finanzielle Eckdaten wurden nicht genannt. Es handelt sich um eine AbsichtserklĂ€rung, nicht um einen Auftrag. FĂŒr Nokia bleibt der Umsatzbeitrag damit vorerst offen.

PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Ukraine mĂŒsse sich auf FĂ€higkeiten verlassen, die sie selbst kontrolliere. ICEYE-Chef Rafal Modrzewski sprach von der Notwendigkeit eines sicheren Systems unter eigener Kontrolle. ICEYE liefert AufklĂ€rungsdaten unabhĂ€ngig von Wetter und Tageszeit. Kurz nach dem russischen Einmarsch 2022 kaufte die ukrainische Bevölkerung per Spendenaktion die Nutzung eines ICEYE-Satelliten fĂŒr die Armee.

Starlink-EinschrÀnkungen als Auslöser

Hintergrund ist der Streit um Starlink. Seit mehr als einer Woche funktioniert das Satelliteninternet ĂŒber der Ukraine nur eingeschrĂ€nkt. Betroffen sind laut ukrainischen Angaben Drohnen und andere FluggerĂ€te, die schneller als rund 160 Kilometer pro Stunde fliegen.

Elon Musk und die US-Regierung weisen die Verantwortung von sich. Donald Trump erklĂ€rte zuletzt, er wolle Musk zur Aufhebung der BeschrĂ€nkungen auffordern, und sprach zeitweise sogar von bereits aufgehobener Drosselung. Aus Kiew gibt es dafĂŒr bislang keine BestĂ€tigung. ParteiĂŒbergreifend fordern US-Abgeordnete eine formale Untersuchung.

Kein schneller Ersatz in Sicht

Einen direkten Ersatz fĂŒr Starlink gibt es nicht. Konkurrenten wie Amazons Leo, Eutelsat oder Blue Origins geplantes TeraWave-System stehen erst am Anfang. Das EU-Projekt IRISÂČ soll erst ab 2029 starten.

FĂŒr Nokia ist die Kooperation vor allem ein strategisches Signal. Der Konzern positioniert sich im Umfeld souverĂ€ner europĂ€ischer Kommunikationsinfrastruktur. Ob daraus AuftrĂ€ge entstehen, hĂ€ngt von den Details ab, die Kiew und die beteiligten Unternehmen erst noch ausarbeiten mĂŒssen.

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