Nokia: Timo Ihamuotila kauft 60.000 Aktien
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 17:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Verwaltungsratschef greift zu, während der Kurs abstürzt. Nokia-Chairman Timo Ihamuotila kaufte am 24. Juli 60.000 Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittspreis von 8,45 Euro. Es ist bereits sein dritter größerer Kauf in diesem Jahr — und er kommt ausgerechnet dann, wenn die Nokia-Aktie binnen 30 Tagen fast 31 Prozent verloren hat.
Drei Insider kaufen am selben Tag
Ihamuotila war am 24. Juli nicht allein. Patrik Hammarén, Leiter der Sparte Technology Standards, kaufte 43.293 Aktien zu 8,442 Euro. Pallavi Mahajan, die KI-Verantwortliche des Konzerns, erwarb 62.000 Aktien zu 9,55 US-Dollar.
Die Meldungen zu den Transaktionen gingen am 27. Juli nach EU-Marktmissbrauchsverordnung raus, zwei Tage vor der aktuellen Handelssitzung. Ihamuotila hatte bereits im Januar 100.000 Aktien zu 5,374 Euro gekauft, dazu einen weiteren Kauf im April. Der Verwaltungsratschef zieht sein Kaufmuster damit durch ein Jahr voller Kursschwankungen.
Kursverfall trotz Wachstumszahlen
Die jüngsten Käufe folgten nur einen Tag nach dem Halbjahresbericht vom 23. Juli. Nokia meldete darin ein Umsatzwachstum von 9 Prozent und einen Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro, angetrieben vor allem vom Bereich Netzwerkinfrastruktur. Der Vorstand bestätigte seine Jahresprognose oberhalb der Zielspanne, verwies aber auch auf Lieferkettenprobleme und Restrukturierungskosten als Risiken.
Nokia strukturiert zudem sein Portfolio um. Das Geschäft mit Fixed Wireless Access CPE geht an Inseego, für die Sparte Enterprise Campus Edge gilt ein Verkauf als sehr wahrscheinlich. Der Verwaltungsrat beschloss außerdem eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie, zahlbar am 6. August mit Stichtag 28. Juli.
Trotz dieser Nachrichten brach die Aktie ein. Aktuell notiert Nokia bei 7,86 Euro, fast genau auf Höhe des 200-Tage-Durchschnitts von 7,89 Euro. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 11,41 Euro klafft dagegen eine Lücke von über 31 Prozent — ein Bild, das zeigt, wie schnell sich der Ausverkauf der vergangenen Wochen vollzogen hat.
Analysten uneins, Aktie überverkauft
Die Einschätzungen der Banken gehen weit auseinander. Deutsche Bank senkte das Kursziel von 13,50 auf 11,50 Euro, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Goldman Sachs bleibt bei „Hold", Barclays bei „Sell" — Craig-Hallum dagegen bestätigte sein „Buy"-Rating.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 29 und signalisiert damit eine überverkaufte Aktie. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 67 Prozent zeigt: Die Nervosität am Markt hält an.
Die Insider-Käufe fanden nahe am aktuellen Kursniveau statt, bei rund 8,45 Euro. Ob die Käufe des Verwaltungsrats einen Wendepunkt markieren oder schlicht langfristige Überzeugung in einer schwierigen Phase ausdrücken, hängt davon ab, wie sich das Wachstum im KI- und Cloud-Geschäft in den kommenden Quartalen in nachhaltigen Gewinnen niederschlägt.
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