Nordic Mining Aktie: Insolvenz droht nach LiquiditÀtskrise
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:07 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Zuspitzung der existenziellen LiquiditĂ€tskrise hat die Aktie von Nordic Mining heute um 13 Prozent auf 0,5290 NOK einbrechen lassen. Das Unternehmen teilte mit, dass trotz intensiver BemĂŒhungen bislang keine ausreichende kurzfristige LiquiditĂ€t gesichert werden konnte. Sollte kurzfristig keine tragfĂ€hige Lösung gefunden werden, bleibe dem Vorstand nach eigener Warnung als einzige verbleibende Option die Einleitung eines Insolvenzverfahrens.
Drei Optionen fĂŒr die Zukunft
Am Samstag Ă€uĂerte sich Chairman Kjell Roland in Medienberichten zum Stand der Dinge. Die Verhandlungen ĂŒber eine Refinanzierung seien demnach weiterhin nicht abgeschlossen. Roland umriss dabei drei denkbare Szenarien fĂŒr den Rohstoffkonzern: Neben einem Gang in die Insolvenz stĂŒnden ein Schuldenschnitt samt Refinanzierung mit den bisherigen Kreditgebern und AktionĂ€ren sowie der vollstĂ€ndige Verkauf des Unternehmens im Raum.
Auf einer auĂerordentlichen Hauptversammlung am vergangenen Dienstag hatten die AktionĂ€re bereits entsprechenden VorstandsermĂ€chtigungen zugestimmt. Diese BeschlĂŒsse sollen eine Restrukturierung erleichtern und den akuten LiquiditĂ€tsbedarf decken. Doch das Protokoll der Versammlung bekrĂ€ftigte unmissverstĂ€ndlich das bestehende Insolvenzrisiko, falls die GesprĂ€che scheitern.
GlÀubigerverhandlungen laufen nach Fristablauf weiter
ZusĂ€tzlichen Druck erzeugt das Auslaufen finanzieller Ăbergangsfristen. Nordic Mining und die Konzerntochter EngebĂž Rutile and Garnet AS meldeten am Donnerstag, dass befristete Erleichterungen fĂŒr Anleihebedingungen sowie ZahlungsaufschĂŒbe ohne erneute VerlĂ€ngerung abgelaufen sind. Die Gesellschaften betonten zugleich, die GesprĂ€che mit den GlĂ€ubigern nach Treu und Glauben fortzusetzen, um die finanzielle Lage zu bereinigen.
An den MĂ€rkten spiegelt sich die Verunsicherung ĂŒber den Ausgang dieser Verhandlungen deutlich wider. Innerhalb der vergangenen sieben Tage verlor der Titel 45 Prozent an Wert. Die AktionĂ€re fĂŒrchten bei einer Einigung eine massive VerwĂ€sserung des bestehenden Kapitals, wĂ€hrend bei einem Scheitern der Totalverlust droht.
Operativer Betrieb meldet PlanerfĂŒllung
Die finanzielle Schieflage ĂŒberschattet dabei die jĂŒngsten operativen Fortschritte. In einem Produktionsbericht fĂŒr das dritte Quartal 2026 wies das Unternehmen noch vor rund einer Woche eine verarbeitete Erzmenge von 311.122 Tonnen aus. Die Produktion von Rutil lag mit 2.190 Tonnen voll im Plan.
Bei Granat meldete Nordic Mining mit 11.161 Tonnen sogar ein Fördervolumen, das rund 20 Prozent ĂŒber den eigenen Planungen lag. Ob die Produktionserfolge dem Unternehmen noch nĂŒtzen, entscheidet sich nun an den Verhandlungstischen der Geldgeber.
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