Norsk Hydro Aktie: Cashflow trĂŒbt Rekordquartal
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deStarke Metallpreise, aber schwache Kasse: Norsk Hydro hat im dritten Quartal 2026 beim bereinigten EBITDA krĂ€ftig zugelegt und die Erwartungen dennoch knapp verfehlt. Besonders der Free Cashflow blieb deutlich hinter den Prognosen zurĂŒck.
Starkes Ergebnis, verfehlte Erwartungen
Das bereinigte EBITDA stieg auf 9,09 Milliarden norwegische Kronen, nach rund 6,0 Milliarden im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt mit 9,53 Milliarden gerechnet. Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie lag Hydro mit 2,28 Kronen knapp unter den erwarteten 2,34 Kronen.
Hauptverantwortlich fĂŒr den Sprung war das AluminiumgeschĂ€ft. Der Bereich Aluminium Metal steigerte sein EBITDA auf 7,03 Milliarden Kronen, nach 2,73 Milliarden vor einem Jahr. Der realisierte Aluminiumpreis lag bei 3.240 Dollar je Tonne, im Vorjahr waren es 2.539 Dollar. Die Nahost-Krise stĂŒtzte die Notierungen zusĂ€tzlich. Die Prognose von 7,54 Milliarden Kronen verfehlte das Segment trotzdem.
Schwache Cash-Generierung
Der Free Cashflow betrug lediglich 1,4 Milliarden Kronen, erwartet worden waren 2,64 Milliarden. Höhere Metallpreise binden Kapital, dazu kommen Vorauszahlungen. Die bereinigte Nettoverschuldung sank zwar auf 21,9 Milliarden Kronen, lag aber ĂŒber der Prognose von 18,4 Milliarden.
Das Management reagiert: Die Investitionsplanung fĂŒr 2026 sinkt auf rund 12,5 Milliarden Kronen, zuvor waren 13,5 Milliarden vorgesehen. Das Netto-Umlaufvermögen soll dagegen bei etwa 32 Milliarden statt 30 Milliarden liegen. Bessere Cash-Conversion nennt der Konzern ausdrĂŒcklich als PrioritĂ€t.
SchwÀchen in einzelnen Sparten
Bauxite & Alumina brach auf 283 Millionen Kronen ein, nach 1,29 Milliarden im Vorjahr. Niedrigere Aluminapreise und Lieferstörungen bei Erdgas fĂŒr die Raffinerie Alunorte drĂŒckten das Ergebnis. Hydro sicherte alternative LNG-Mengen, der Normalbetrieb lĂ€uft wieder.
Die Sparte Energy halbierte sich auf 411 Millionen Kronen, vor allem wegen negativer Preisgebietsdifferenzen. Metal Markets verfehlte mit 125 Millionen Kronen die Erwartung von 339 Millionen klar. Extrusions legte dagegen auf 1,19 Milliarden Kronen zu und ĂŒbertraf die Prognose, getragen von höheren Recyclingmargen.
Technologie und Neustart
Beim klimafreundlichen HalZero-Verfahren produzierte Hydro erstmals Metall in der Testanlage. Bis zu einer industriellen Anwendung sind weitere Tests nötig. Die norwegische Förderagentur Enova steuert 82 Millionen Kronen fĂŒr die Planung einer Pilotanlage bei.
In der Slowakei fÀhrt Slovalco die PrimÀraluminiumproduktion seit Ende August wieder hoch. Bis Ende Februar 2027 soll die erste Stufe eine JahreskapazitÀt von 75.000 Tonnen erreichen. Die Aktie schloss am Vortag bei 71,76 Kronen, ein Minus von 2,79 Prozent.
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