Novo Nordisk Aktie: CFRA stuft auf Verkaufen ab
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 23:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Novo Nordisk hat neue spätklinische Studiendaten für seinen Hoffnungsträger CagriSema vorgelegt. Bei Diabetes-Patienten erreichte das Kombinationspräparat aus Cagrilintid und Semaglutid in einer Dosierung von einem Milligramm eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 12,4 Prozent. Damit übertraf der Wirkstoff in dieser Dosierung das Konkurrenzmittel Tirzepatid von Eli Lilly, das in einer Fünf-Milligramm-Dosis auf 9,1 Prozent kam. In einer separaten Adipositas-Studie erzielte CagriSema bei gleicher Dosierung einen Gewichtsverlust von 21 Prozent gegenüber Placebo.
Die Studienergebnisse liefern dem dänischen Pharmakonzern wichtige Argumente im Ringen um Marktanteile bei modernen Stoffwechseltherapien. Analyst Evan Seigerman vom Analysehaus BMO bezeichnete die Daten der niedrigen Dosierung als ermutigend, verwies jedoch auf die begrenzte Aussagekraft für höhere Dosierungen.
Für Novo Nordisk steht bei dem Entwicklungsprojekt viel auf dem Spiel. Die US-Gesundheitsbehörde FDA soll voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres über die Zulassung von CagriSema zur Gewichtsregulierung entscheiden. Ein früher Marktstart ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Analysten stufen Aktie ab
Trotz der Fortschritte in der klinischen Entwicklung bleibt die Skepsis am Kapitalmarkt spürbar. Das Analysehaus CFRA stufte die US-Notierung von Novo Nordisk heute von „Halten“ auf „Verkaufen“ ab.
Die Experten begründeten diesen Schritt mit einem ungünstigen Risikoprofil in der Übergangsphase nach dem Erreichen des Gewinnzenits bei GLP-1-Mitteln. Zudem deute die Zielsetzung des Managements auf ein moderates Gewinnwachstum bei gleichzeitig schärferem Wettbewerb im Adipositas-Segment hin.
An den Börsen hinterlässt der anhaltende Konkurrenzdruck deutliche Spuren. Im heutigen Handel gab das Papier um 2,2 Prozent nach und fiel auf 33,70 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit ein Minus von 23 Prozent.
Suche nach neuen Geschäftsfeldern
Um die Abhängigkeit von den etablierten Blockbustern Wegovy und Ozempic zu verringern, prüft das Management zusätzliche Anwendungsgebiete. Chief Scientific Officer Martin Lange kündigte bei einer Diskussionsrunde an, dass Novo Nordisk den Einstieg in den Markt für Therapien gegen Haarausfall evaluiert.
Die wissenschaftliche Grundlage dafür liege in der Endokrinologie, auf der die Kernkompetenz des Unternehmens aufbaut. Der Bereich bietet dem Konzern eine konkrete Option für den Ausbau des Direktvertriebs an Endkunden.
Hinter dieser breiteren Aufstellung steht strategischer Zeitdruck. Die Patente für den Schlüsselwirkstoff Semaglutid laufen zu Beginn des nächsten Jahrzehnts in Europa und den USA aus. Neben Indikationen wie Haarausfall fasst Novo Nordisk daher auch Behandlungen für Suchterkrankungen sowie Leber- und Herzkrankheiten ins Auge.
Gleichzeitig erweitert das Unternehmen seine Pipeline über externe Kooperationen. So vereinbarte der Konzern am 17. September eine Forschungspartnerschaft mit dem dänischen Biotech-Unternehmen Orbis Medicines, die Zahlungen von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar umfasst.
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