Nucor Aktie: 7,8-Prozent-Sturz nach Berkshire-Verkauf
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Stahlkonzern Nucor verzeichnet am heutigen Mittwoch einen massiven Kursrückgang. Die Aktie rutschte im Tagesverlauf um 7,8 % ab und notiert derzeit bei 215,00 €. Damit vergrößert sich der Abstand zum erst am 5. August erreichten 52-Wochen-Hoch auf nunmehr 11 %. Auslöser für den Verkaufsdruck sind Berichte über eine deutliche Positionsreduzierung durch Berkshire Hathaway sowie aktuelle Insiderverkäufe.
Deutliche Reduzierung durch Berkshire Hathaway
Wie aus aktuellen SEC-Meldungen für das zweite Quartal 2026 hervorgeht, hat Berkshire Hathaway unter der Leitung von Greg Abel seinen Anteil an Nucor um mehr als 50 % reduziert.
Während die Investmentgesellschaft insgesamt ihre 14 Quartale währende Serie von Netto-Aktienverkäufen beendete und massiv in Technologiewerte investierte, gehörte der Stahlproduzent zu den Titeln, bei denen Bestände abgebaut wurden. In der Spitze notierte das Papier an der New York Stock Exchange zuletzt bei etwa 272 US-Dollar, bevor der aktuelle Abwärtsdruck einsetzte.
Parallel zu den Bewegungen bei Berkshire Hathaway meldeten auch mehrere Führungskräfte des Unternehmens Verkäufe eigener Anteile. So veräußerten unter anderem COO Laxton und die Executive Vice Presidents Batterbee und Hollatz in den vergangenen Wochen Aktienpakete zu Kursen zwischen 256 und 261 US-Dollar. Insgesamt summierten sich die Insiderverkäufe im letzten Quartal auf ein Volumen von rund 4,8 Millionen US-Dollar.
Großprojekte und operative Rekorde
Trotz des Kursrückgangs treibt Nucor seine Expansionsstrategie in den USA weiter voran. CEO Leon Topalian gab jüngst ein Update zum Baufortschritt des neuen Stahlwerks in Mason County, West Virginia. Das rund 4 Milliarden US-Dollar teure Projekt soll 2027 den vollen Betrieb aufnehmen und rund 1.000 direkte Arbeitsplätze schaffen.
Zuvor war das Vorhaben ein Jahr lang aufgrund von Umweltgenehmigungen blockiert, konnte jedoch nach Interventionen aus der Politik fortgeführt werden.
Zusätzlich investiert das Unternehmen 59 Millionen US-Dollar in ein neues Werk für Stahlgitter in Indiana. Operativ überzeugte Nucor im zweiten Quartal 2026 mit einem Gewinn pro Aktie von 4,84 US-Dollar, womit der Marktkonsens von 4,46 US-Dollar deutlich übertroffen wurde.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 % auf 10,40 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen profitierte dabei von Rekordmengen bei den Verschiffungen und einer robusten Nachfrage aus den Bereichen Infrastruktur und Energie.
Konträre Signale der Institutionellen
Während Berkshire Hathaway seine Position halbierte, griffen andere institutionelle Anleger im zweiten Quartal zu. BlackRock investierte rund 4,45 Milliarden US-Dollar in Nucor und hält nun einen Anteil von 8,78 %. Auch die Deutsche Bank erwarb in diesem Zeitraum knapp eine Million neue Aktien im Wert von rund 220 Millionen US-Dollar.
Analysten bewerten die Aktie im Konsens weiterhin als „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 273,31 US-Dollar. Experten verweisen auf die starke Bilanz und die niedrige Nettoverschuldung des Konzerns, mahnen jedoch die kurzfristigen Belastungen durch hohe Anlaufkosten für die neuen Kapazitäten in West Virginia und Utah an, die bis in das Geschäftsjahr 2027 wirken könnten. Nucor zahlte zuletzt am 11. August eine vierteljährliche Dividende von 0,56 US-Dollar aus.
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