NuScale Power Aktie: Brennstoff-BĂŒndnis wĂ€chst
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WĂ€hrend die Kassen bei NuScale Power praktisch leer bleiben, baut das Unternehmen an einer ganz anderen Front aus: der Zukunft des nuklearen Brennstoffkreislaufs. Ein neu unterzeichnetes Memorandum of Understanding mit dem Recycling-Spezialisten Curio und dem Brennelemente-Lieferanten Framatome soll klĂ€ren, wie recyceltes Kernmaterial kĂŒnftig in neue Brennstoffe fĂŒr Small Modular Reactors flieĂen kann. Der Schritt kommt nur Stunden nach Quartalszahlen, die einmal mehr zeigen, wie weit der Weg zur echten Kommerzialisierung noch ist.
Fuel-Cycle statt schnellem Geld
Die drei Partner wollen technische Machbarkeitsstudien, Lieferkettenanalysen und SchnittstellenprĂŒfungen durchfĂŒhren, um recyceltes Material aus abgebrannten Brennelementen fĂŒr kĂŒnftige Fuel-Streams nutzbar zu machen. NuScale bringt dabei seine Position als bislang einziger SMR-Anbieter mit vollstĂ€ndiger Design-Zulassung der US-Atomaufsicht NRC ein. Framatome fungiert als Brennelemente-Lieferant, Curio steuert seine NuCycle-Recyclingtechnologie bei. Konkrete kommerzielle VertrĂ€ge stehen aus der Vereinbarung noch nicht â sie bleibt eine AbsichtserklĂ€rung zur gemeinsamen PrĂŒfung von Entwicklungspfaden.
LiquiditÀt wÀchst, Umsatz bleibt aus
Die eigentliche Nachrichtenlage der Woche liefern die Zahlen zum zweiten Quartal. NuScale sitzt zum Quartalsende auf einer LiquiditĂ€t von 1,9 Milliarden Dollar â ein Sprung von rund 900 Millionen Dollar gegenĂŒber dem Vorquartal, getrieben vor allem durch langfristige Investments. Operativ zeigt sich ein anderes Bild: Der Umsatz brach im Jahresvergleich massiv ein, nachdem im Vorjahresquartal noch Erlöse aus dem Fluor-Engineering fĂŒr das RoPower-Projekt in RumĂ€nien anfielen, die inzwischen ausgelaufen sind.
Die Börse reagierte prompt. Die Aktie gab nachbörslich rund vier Prozent nach und markiert damit einen Abstand von etwa 79 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 57,42 Dollar. Anleger honorieren offenbar technische Fortschritte kaum, solange keine unterschriebenen StromabnahmevertrÀge vorliegen.
Zwei groĂe Baustellen bleiben offen
Auf der kommerziellen Seite liegen die Hoffnungen weiterhin auf zwei Projekten. Der strategische Partner ENTRA1 Energy verhandelt mit der Tennessee Valley Authority ĂŒber eines der gröĂten geplanten Nuklear-Deployment-Programme in den USA â ein finaler Vertrag steht noch aus. In RumĂ€nien arbeitet NuScale mit Nuclearelectrica und RoPower an sechs Reaktormodulen auf einem ehemaligen KohlekraftwerksgelĂ€nde; das Projekt hat die erste Engineering-Phase abgeschlossen und tritt nun in die Vorbereitung fĂŒr Beschaffung und Bau ein.
Parallel dazu vergab das Unternehmen einen Auftrag an Paragon, eine Mirion-Technologies-Tochter, fĂŒr die finale Entwicklung des Sicherheitssystems HIPS â nach eigener EinschĂ€tzung ein wichtiger Baustein fĂŒr die Lieferkettenreife. Ob daraus 2026 tatsĂ€chlich erste UmsĂ€tze entstehen, hĂ€ngt maĂgeblich davon ab, wie schnell die Verhandlungen mit TVA und Nuclearelectrica zu unterschriftsreifen VertrĂ€gen fĂŒhren.
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