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Nvidia Aktie: Milliarden-Bürgschaft für Ohio-Campus

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 22:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia garantiert Leasingzahlungen von bis zu 105 Milliarden Dollar für ein OpenAI-Rechenzentrum in Ohio und investiert 1,5 Milliarden Dollar in SB Energy.

Nvidia sichert sich Milliarden-Deal: Bürgschaft für OpenAI-Rechenzentrum in Ohio
Futuristisches Halbleiter-Produktionsgelände bei Dämmerung mit moderner Industriearchitektur und Lichtakzenten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia baut sein Netz an Finanzierungszusagen für die eigene Kundschaft weiter aus. Der Chiphersteller garantiert nun Leasingzahlungen von bis zu 105 Milliarden Dollar für ein Rechenzentrum, das die SoftBank-Tochter SB Energy in Ohio für OpenAI errichtet. Damit setzt Nvidia seine Strategie fort, nicht nur Chips zu verkaufen, sondern die Infrastruktur dahinter gleich mitzufinanzieren.

Der sogenannte PORTS-Pike Technology Campus im Pike County entsteht auf dem Gelände einer stillgelegten Urananreicherungsanlage. SB Energy baut und betreibt die Anlage, OpenAI least sie für 20 Jahre.

Nvidia übernimmt dabei die Rolle des exklusiven Compute-Lieferanten und investiert zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar direkt in SB Energy. Im Gegenzug sichert sich der Konzern eine Kapitalbeteiligung und die Option, sein Engagement auf den gesamten Campus mit bis zu acht Gigawatt Rechenleistung auszuweiten.

Vom Chiplieferant zum Infrastruktur-Financier

Die erste Ausbaustufe umfasst 4,25 Gigawatt IT-Kapazität und soll ab 2028 in Phasen ans Netz gehen. SoftBank und SB Energy wollen parallel mindestens zehn Gigawatt neue Energieerzeugung aufbauen und über vier Milliarden Dollar in die regionale Netzinfrastruktur stecken. Das Projekt soll laut den beteiligten Unternehmen bis 2032 rund 35.000 Bauarbeitsplätze und danach 2.500 dauerhafte Stellen schaffen.

Der Deal reiht sich in eine Serie ähnlicher Nvidia-Finanzierungen ein. Erst vergangene Woche hatte der Konzern mit sechs Finanzinstituten Plattformen aufgelegt, die über 500 Milliarden Dollar an Drittmitteln für den Bau von KI-Rechenzentren mobilisieren sollen.

Marktbeobachter werten diese Häufung als Zeichen dafür, dass Nvidia zunehmend selbst zum Kapitalgeber seiner Kunden wird — eine Rolle, die Fragen nach zirkulären Finanzierungsströmen zwischen Chiphersteller und Abnehmern aufwirft.

An der Börse reagierte die Aktie am Montag verhalten positiv, während der breitere Chipsektor von der Nachricht profitierte. Speicherhersteller wie Western Digital, Sandisk und Marvell verzeichneten deutlich stärkere Aufschläge, nachdem die US-Regierung Apple aufgefordert hatte, auf chinesische Speicherchips zu verzichten — ein Nebeneffekt, der zusätzliches Kapital in den Sektor lenkte.

Für Nvidia bleibt der Ohio-Deal ein Baustein in einer größeren Wette: OpenAI plant laut Unternehmensangaben, bis 2030 rund 600 Milliarden Dollar für Rechenkapazität bei Nvidia auszugeben. Ob sich das Modell aus Chipverkauf und Infrastrukturfinanzierung auf Dauer trägt, dürfte sich erst zeigen, wenn die ersten Kapazitäten am PORTS-Pike Campus 2028 tatsächlich ans Netz gehen.

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