O'Reilly Automotive Aktie: Umsatzprognose auf 19,2 Milliarden angehoben
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
O'Reilly Automotive blickt nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Das Management hob am 30. Juli die Prognosen für den Gesamtumsatz auf eine Spanne von 18,9 Milliarden bis 19,2 Milliarden Dollar an. Zuvor war das Unternehmen von Erlösen zwischen 18,7 und 19,0 Milliarden Dollar ausgegangen. Diese Zuversicht spiegelte sich zuletzt auch im Kursverlauf wider: Die Aktie verzeichnete innerhalb der letzten sieben Tage einen Zuwachs von 4,37 %.
Zusätzlich zur Umsatzprognose korrigierte der Einzelhändler für Kfz-Ersatzteile seine Erwartungen für das flächenbereinigte Umsatzwachstum nach oben. Hier wird nun ein Plus zwischen 4 % und 6 % angestrebt, nachdem die bisherige Zielsetzung bei 3 % bis 5 % gelegen hatte. Am Markt wurde diese Entwicklung positiv aufgenommen. Die Aktie notiert aktuell bei 80,88 Euro und liegt damit etwa 4,89 % über ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Wachstum im Profi-Segment treibt Ergebnisse
Die Grundlage für den angehobenen Ausblick bildeten die am 29. Juli vorgestellten Ergebnisse für das zweite Quartal. In diesem Zeitraum erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 4,89 Milliarden Dollar, was einer Steigerung von 8,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der verwässerte Gewinn je Aktie legte zeitgleich um 10 % auf 0,86 Dollar zu.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit professionellen Werkstattkunden. In diesem Segment konnte O'Reilly Automotive ein flächenbereinigtes Umsatzplus von 10 % verbuchen. Dies markiert das vierte Quartal in Folge, in dem der Bereich zweistellige Wachstumsraten erzielte. Im Gegensatz dazu verzeichnete das Geschäft mit Privatkunden (DIY) lediglich ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich.
Filialnetz-Ausbau und milliardenschwere Aktienrückkäufe
Neben dem operativen Wachstum treibt das Unternehmen seine Expansion weiter voran. Bis zum 30. Juni wurden im laufenden Jahr netto 110 neue Filialen eröffnet. Für das gesamte Jahr bleibt das Management bei seinem Ziel, insgesamt 225 bis 235 neue Standorte in Betrieb zu nehmen. Parallel dazu setzt der Konzern sein massives Aktienrückkaufprogramm fort. Seit Jahresbeginn wurden bereits Anteile im Wert von 2,4 Milliarden Dollar zurückerworben.
Die finanzielle Flexibilität für solche Maßnahmen wurde erst kürzlich gestärkt. Das Board of Directors autorisierte im Juni zusätzliche 2,0 Milliarden Dollar für Rückkäufe, wodurch sich die Gesamtsumme der Autorisierungen seit Bestehen des Programms auf 31,75 Milliarden Dollar erhöht. Medienberichten zufolge prüft das Unternehmen zudem strategische Zukäufe. So gibt es Spekulationen über ein Interesse an der geplanten Ausgliederung der Kfz-Teile-Sparte der Genuine Parts Company.
Lieferketten und strategische Partnerschaften
Im Gespräch mit Analysten am Donnerstag erläuterte President Brent Kirby zudem Details zur Preis- und Lieferkettenstrategie. Dabei ging er insbesondere auf die Handhabung von Zollthemen ein. Da O'Reilly bei Importen häufig über seine Zulieferer agiert, teilt das Unternehmen finanzielle Vorteile aus für ungültig erklärten Zollrückerstattungen mit seinen Partnern.
Auch im Bereich des Marketings setzt das Unternehmen neue Akzente. Wie gestern bekannt wurde, hat die Rennsportorganisation NASCAR Details zu einem neuen Förderprogramm veröffentlicht, das den Namen „2026 O'Reilly Auto Parts Series“ trägt. Das Programm sieht Prämien für erfolgreiche Fahrer vor: Pro Rennsieg werden 5.700 Dollar ausgeschüttet, während der Saisonsieger einen Bonus von 57.000 Dollar erhält. Insgesamt umfasst der potenzielle Bonuspool ein Volumen von 671.100 Dollar.
Analysten bewerten Ausblick nach Zahlenflut neu
Das Investoreninteresse bleibt derweil hoch, auch wenn es zuletzt zu Portfolio-Anpassungen kam. So zeigten am 1. August veröffentlichte Pflichtmitteilungen, dass die Bank of America Corp DE ihren Bestand im ersten Quartal um 7,7 % reduziert hat. Die Position umfasst demnach noch 9,28 Millionen Aktien mit einem damaligen Wert von rund 856,7 Millionen Dollar. Demgegenüber berichteten Medien am Montag über einen Positionsaufbau durch die Rathbones Group PLC.
Analystenhäuser reagierten am 31. Juli mit aktualisierten Einschätzungen auf die Quartalszahlen und den angehobenen Ausblick. Raymond James bekräftigte die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 110 Dollar. Roth Capital bestätigte eine Kaufempfehlung und rief ein Ziel von 111 Dollar aus. Andere Experten, etwa von Robert W. Baird oder Morgan Stanley, sehen den fairen Wert der Aktie in einer Spanne zwischen 100 und 108 Dollar.
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