OATLY Aktie: Haferernten bis 2026 verdreifachen
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der schwedische Hafermilch-Spezialist Oatly treibt seine vertikale Integration in Europa voran und setzt verstärkt auf regionale Rohstoffquellen. Wie Plant Based News berichtet, hat das Unternehmen Pläne bestätigt, seine Investitionen in britische Haferernten bis Ende des Jahres 2026 zu verdreifachen. Dieser strategische Schritt soll vor allem die ökologische Bilanz verbessern. Für die bei Baristas beliebte Produktreihe prognostiziert das Management dadurch eine Reduktion des CO2-Fußabdrucks um bis zu 13 Prozent.
Operativer Meilenstein trifft auf negatives Eigenkapital
Finanziell lieferte das Unternehmen vor gut zwei Wochen ein komplexes Bild ab. Laut GlobeNewswire stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 240,1 Millionen US-Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von rund 219,47 Millionen US-Dollar deutlich. Ein wesentlicher operativer Erfolg war das Erreichen eines ersten positiven bereinigten EBITDA in Höhe von 0,4 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum war dieser Wert noch deutlich negativ.
Trotz dieser operativen Verbesserung bleibt die Bilanzsubstanz angespannt. Medienberichten zufolge rutschte das gesamte Eigenkapital des Konzerns zum 30. Juni 2026 mit 23 Millionen US-Dollar in den negativen Bereich. Hintergrund sind die anhaltenden Nettoverluste, die sich allein im zweiten Quartal auf 31,3 Millionen US-Dollar beliefen. Immerhin konnte der Verlust pro Aktie im Vergleich zum Vorjahr von 1,86 US-Dollar auf 0,99 US-Dollar fast halbiert werden.
Strategische Prüfung in Fernost und Personalwechsel
Parallel zur Expansion in Europa steht die Präsenz in Asien auf dem Prüfstand. Das Management gab bekannt, dass die strategische Überprüfung des Segments Greater China weiterhin läuft. Ein Abschluss dieses Prozesses wird noch innerhalb des Kalenderjahres 2026 erwartet. In der Führungsebene gab es zudem Veränderungen: Lifen Xu wurde als neues Mitglied in das Board of Directors berufen. Sie ersetzt Wenjie Ma, der sein Mandat niedergelegt hatte. Aus einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass Xu zum Zeitpunkt ihrer Ernennung Ende Juli keine direkten Anteile an dem Unternehmen hielt.
Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich die Konzernleitung optimistischer als zuvor. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum wird nun in einer Spanne von 8 bis 10 Prozent erwartet, nachdem die Prognose vor gut drei Wochen von ursprünglich 3 bis 5 Prozent angehoben worden war.
An der Börse wird die Entwicklung derzeit mit einer erhöhten Volatilität von 89,91 Prozent begleitet. Der Aktienkurs notiert am Wochenende bei 11,90 Euro und liegt damit 21,01 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage von 9,83 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch bei 16,25 Euro besteht hingegen noch ein Abstand von 26,77 Prozent.
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