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Ondas Holdings vor Q2-Zahlen: Entscheidet der Auftragsschub den nächsten Kursschub?

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ondas Holdings präsentiert Q2-Zahlen nach Auftragsserie: Umsatzprognose von 68 Mio. Dollar steht im Fokus, während die Aktie bereits stark gestiegen ist.

Ondas Holdings Q2-Zahlen: Drohnen-Aufträge treiben Aktienkurs auf 9,04 Euro
Eine moderne Industriedrohne über einer technologischen Infrastruktur bei Dämmerung, symbolisiert technologischen Fortschritt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ausgangslage: Zahlen am Nachmittag, Momentum schon vorher da

Ondas Holdings legt heute vor Markteröffnung die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor, die Telefonkonferenz beginnt um 8:30 Uhr Ostküstenzeit. Der Termin trifft auf eine Aktie, die in den vergangenen Wochen bereits kräftig gelaufen ist: Der Kurs steht bei 9,04 Euro und legt allein heute 7,9 Prozent zu, nach einem Plus von 20 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht.

Der Rückenwind kommt nicht aus dem Nichts. Das Unternehmen selbst rahmt das Quartal ausdrücklich um die jüngste Dynamik bei Verteidigungsaufträgen und einen wachsenden Rüstungs-Backlog. Genau diese Erzählung soll die Zahlen heute untermauern.

Der Auftragsfluss der vergangenen Wochen liest sich entsprechend dicht: Die Rüstungstochter Mistral erhielt einen zusätzlichen 50-Millionen-Dollar-Auftrag der US-Armee im Rahmen eines bestehenden Mehrjahresvertrags mit einem Gesamtvolumen von 982 Millionen Dollar.

Die Tochter DZYNE Technologies sicherte sich einen Auftrag des Air Force Research Laboratory von über 6 Millionen Dollar für das autonome Zustellsystem Long-Range Grasshopper.

Israel wählte Ondas für die nächste Generation der taktischen Angriffsdrohnenplattform „Digital Bat“ im Rahmen eines mehrfach im Millionenbereich angesiedelten Strategieprogramms. Hinzu kommt ein Sicherheitsvertrag zum Schutz des Football-Stadions der Jacksonville Jaguars gegen Drohnen. Medienberichten zufolge summierten sich neue Aufträge binnen vier Wochen auf mehr als 70 Millionen Dollar.

Die entscheidende Frage: Trägt das Umsatzwachstum die Bewertung?

Der Kurs hat die gute Nachrichtenlage längst vorweggenommen — die entscheidende Frage heute lautet, ob die tatsächlichen Umsatzzahlen mit dem Auftragsmomentum Schritt halten. Marktbeobachter erwarteten vor den Zahlen einen Umsatz von rund 67,97 Millionen Dollar und einen nicht-GAAP-Verlust je Aktie von 0,10 Dollar für das zweite Quartal.

Diese Schätzung ist der eigentliche Prüfstein: Bleibt Ondas beim Umsatz deutlich darunter, dürfte der Markt die vielen Einzelaufträge als noch nicht ausreichend in Rechnung gestellt bewerten.

Übertrifft das Unternehmen die Erwartung klar und liefert zugleich einen konkret bezifferten Backlog-Ausblick, wäre das ein Signal, dass die Auftragsflut bereits operativ ankommt statt nur Schlagzeilen zu erzeugen.

Bullisches Szenario

Für Optimisten sprechen mehrere Bausteine gleichzeitig. Die Kombination aus Mistral-Rüstungsverträgen, dem Digital-Bat-Programm in Israel und dem Air-Force-Auftrag von DZYNE zeigt eine Diversifikation über mehrere Verteidigungskunden und Länder hinweg.

Die abgeschlossene Übernahme von Cyberhawk erweitert das Portfolio um KI-gestützte Drohneninspektion und Datenanalyse und könnte zusätzliche Umsatzquellen jenseits des Verteidigungssegments erschließen. Institutionelles Vertrauen wächst sichtbar: The Manufacturers Life Insurance Company stockte ihre Position im ersten Quartal 2026 um 664 Prozent auf, BlackRock hält laut einer SEC-Meldung inzwischen rund 7,2 Prozent der Aktien.

Mit David Barnea, dem früheren Mossad-Direktor, holte Ondas Defense zudem einen prominenten Namen als Global President und Chairman an Bord — ein Signal für den Anspruch, im Verteidigungsgeschäft eine größere Rolle zu spielen.

Bestätigen die heutigen Zahlen den Wachstumstrend, könnte der Kurs an sein 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro vom 12. Januar heranrücken; aktuell liegt die Aktie noch 31 Prozent darunter.

Bärisches Szenario

Die Risikoseite ist ebenso real. Die Aktie hat sich binnen zwölf Monaten mehr als verdreifacht und liegt 25 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 7,26 Euro — ein Zeichen dafür, dass viel Positives bereits eingepreist ist. Ein RSI von 69,6 signalisiert eine überkaufte Situation, in der schon moderat enttäuschende Zahlen zu heftigen Gewinnmitnahmen führen können.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 88 Prozent unterstreicht, wie nervös der Titel auf Nachrichten reagiert. Zudem bleibt der einzelne Auftragsfluss – so beeindruckend die Liste an Meldungen auch wirkt – abhängig von der Verlässlichkeit öffentlicher Verteidigungsbudgets, die politischen Schwankungen unterliegen.

Verpasst Ondas die Umsatzerwartung von knapp 68 Millionen Dollar deutlich oder bleibt der Verlust je Aktie größer als die geschätzten 0,10 Dollar, dürfte der Markt die Diskrepanz zwischen Auftragsschlagzeilen und tatsächlicher Umsatzrealisierung schnell einpreisen.

Ausblick

Solange Ondas seine Auftragsserie mit belastbaren Umsatzzahlen unterlegt, bleibt der Aufwärtstrend intakt und ein Test der bisherigen Jahreshochs realistisch. Verfehlt das Unternehmen die Konsensschätzungen jedoch spürbar oder bleibt der Ausblick auf den Backlog vage, dürfte die überkaufte technische Lage eine scharfe Korrektur begünstigen.

Der heutige Handelstag mit der Telefonkonferenz um 8:30 Uhr Ostküstenzeit liefert die erste konkrete Antwort – der nächste größere Prüfstein danach wird sein, ob sich weitere Großaufträge im Verteidigungssegment in den kommenden Quartalsberichten tatsächlich in Umsatzwachstum übersetzen.

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