Oracle Aktie: Jupiter-Projekt gerÀt ins Stocken
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Minus von 3,1 % drĂŒckte den Schlusskurs von Oracle gestern auf 122,98 âŹ. Auslöser dieses RĂŒcksetzers waren Berichte ĂŒber das Prestigeprojekt Jupiter.
Laut Bloomberg ĂŒbermittelte Oracle eine Mitteilung ĂŒber höhere Gewalt an den Entwickler Blue Owl Capital, um vertragliche Zahlungen aufzuschieben, falls der geplante Campus im US-Bundesstaat New Mexico nicht bis 2028 ans Netz geht. Der Vorfall markiert einen Wendepunkt im Rausch um kĂŒnstliche Intelligenz: Die milliardenschwere Expansion stöĂt an die harte Grenze der realen Infrastruktur.
Wenn GroĂprojekte an der Steckdose scheitern
Das Vorhaben Jupiter besitzt monumentale Dimensionen. Auf einem Areal von 1.400 Acres sollte ein Rechenzentrumskomplex mit einer gigantischen Leistung von 2,45 Gigawatt entstehen. Vorgesehen als zentraler Baustein der Stargate-Initiative mit OpenAI, wurde das Projekt mit Krediten im Umfang von $18 Milliarden unterlegt.
Doch der Bau geriet ins Stocken. An den KreditmÀrkten schrillen lÀngst die Alarmglocken.
FĂŒr die gesamte Branche wirft dieser Vorgang eine unbequeme Frage auf: Wie tragfĂ€hig sind die astronomischen Wachstumsversprechen der Cloud-Konzerne, wenn Stromnetze und Genehmigungsbehörden dem Tempo der Server-Installationen schlicht nicht mehr folgen können?
Bislang dominierte an den MÀrkten die Annahme, dass schier unbegrenzter Kapitalfluss jedes praktische Hindernis aus dem Weg rÀumen werde. Oracle hatte im ersten Quartal des GeschÀftsjahres 2027 immerhin 850 Megawatt an zusÀtzlicher RechenzentrumskapazitÀt bereitgestellt. Doch der Fall New Mexico belegt, dass selbst die finanzstÀrksten Konsortien nicht an den Gesetzen der Energieversorgung vorbeikommen.
Der hohe Preis des Expansionskurses
Die Entwicklung trifft den Konzern in einer Phase erhöhter SensibilitĂ€t an den FinanzmĂ€rkten. Zwar legte das Unternehmen vor rund zwei Wochen Rekordzahlen fĂŒr das erste Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2027 vor, getrieben von einem Erlöszuwachs im Bereich Cloud-Infrastruktur um 121 %.
Doch seither verlor die Aktie 6,5 %. Der Markt blickt zunehmend kritisch auf die enorme KapitalintensitÀt des GeschÀftsmodells.
Zugleich bemĂŒht sich das Management um Kostendisziplin an anderer Stelle. Seither bĂŒĂten die Papiere weitere 1,5 % ein. Das Signal ist unĂŒbersehbar: WĂ€hrend die Mittel fĂŒr gigantische Rechenzentren gebunden sind, wird das Personal gestrafft.
Zweifel an den optimistischen Zielen
Auch an der Wall Street setzt allmĂ€hlich ErnĂŒchterung ein. Bereits kurz nach Vorlage der jĂŒngsten Quartalszahlen reagierten die AnalysehĂ€user mit vorsichtigeren EinschĂ€tzungen.
Beide HĂ€user tragen damit den wachsenden Risiken der expansiven Investitionspolitik Rechnung.
GrĂŒnder Larry Ellison versuchte immerhin an anderer Stelle, dem Markt StabilitĂ€t zu demonstrieren. VerĂ€uĂerungen hatten unter dieser Vereinbarung nicht stattgefunden, weitere Verkaufsabsichten bestehen nach seinen Angaben nicht.
Die jĂŒngste Entwicklung um Project Jupiter wiegt jedoch schwerer als derartige Signale der FĂŒhrungsriege. Auf Sicht der letzten sieben Tage summieren sich die EinbuĂen der Aktie auf 4,3 %.
Solange physische EngpĂ€sse bei Strom und Standorten den Ausbau der RechenkapazitĂ€ten ausbremsen, dĂŒrfte der Druck auf die Bewertung anhalten. Die Ăra, in der AnkĂŒndigungen astronomischer KI-KapazitĂ€ten die Kurse automatisch nach oben trieben, ist vorerst vorbei.
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