Oracle Aktie: KI-Assistent erweitert auf Pflegepersonal
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Oracle forciert den Ausbau seiner spezialisierten Branchenanwendungen und setzt dabei verstärkt auf künstliche Intelligenz. Der Softwarekonzern erweitert seinen klinischen KI-Assistenten auf das Pflegepersonal, um die Dokumentation in Krankenhäusern spürbar zu beschleunigen.
Zudem vereinbarte das Unternehmen gestern eine Kooperation mit Wipro für cloudbasierte Dienste zur Arzneimittelsicherheit. An der Börse notiert die Aktie heute bei 130,68 Euro mit einem leichten Kursgewinn von 0,3 Prozent.
Mehr Zeit am Krankenbett durch Sprachassistenten
Der sogenannte Clinical AI Agent von Oracle Health stand Medizinern bereits seit Anfang 2024 zur Verfügung. Nun erhalten auch Pflegekräfte Zugriff auf die sprachgesteuerte Navigation in Patientenakten. Das System erstellt automatisierte Zusammenfassungen und überträgt gesprochene Notizen direkt in die elektronische Patientenakte des Unternehmens.
Um Behandlungsfehler zu vermeiden, setzt der Konzern auf eine menschliche Kontrollinstanz: Pflegekräfte müssen alle erfassten Einträge vor der Speicherung manuell prüfen und freigeben. Anfang September erprobte der Klinikbetreiber Lifepoint Health bereits entsprechende Funktionen zur Spracherfassung im laufenden Betrieb.
Kooperationen und Verträge im Anwendungsgeschäft
Neben dem Klinikbereich vertieft der Softwareanbieter seine Präsenz in der Pharmaindustrie. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Wipro bietet Oracle künftig Dienstleistungen zur Pharmakovigilanz auf Basis der Plattform Life Sciences Argus BPS an. Wipro übernimmt dabei das operative Onboarding sowie die regulatorische Berichterstattung für globale Kunden.
Auch im klassischen Anwendungsbereich meldet das Unternehmen operative Fortschritte. Die Co-op Live Arena in Manchester mit 23.500 Plätzen nutzt künftig Oracles Kassensystem Simphony in Kombination mit der Unternehmenssoftware NetSuite. Damit verknüpft die Veranstaltungsstätte die Abrechnungen an den Verkaufsständen direkt mit dem zentralen Finanzmanagement.
Gewaltige Auftragspipeline und anhaltender Konzernumbau
Die neuen Branchenlösungen flankieren eine stark wachsende Nachfrage nach Rechenleistung.
Um die massiven Investitionen abzufedern, strafft das Management parallel die Kostenbasis. Vor gut einer Woche gab es eine neue Entlassungswelle bei Oracle, seither legte das Papier um 4,7 Prozent zu. Zuletzt wurden 546 Stellen in der Cloud-Infrastruktursparte abgebaut. Die Restrukturierungskosten kletterten dadurch auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar.
Trotz der jüngsten Stabilisierung bleibt der Druck auf den Wert hoch. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert die Aktie weiterhin spürbar unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 278,35 Euro.
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