Oracle, Japan

Oracle Japan Aktie: Tokio trotzt New Mexico

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 04:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle Japan meldete höhere Quartalsgewinne, getragen vom Cloud-GeschĂ€ft, und bestĂ€tigte die Umsatzprognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr.

Oracle Japan steigt nach Quartalszahlen trotz Sorgen um US-Projekt
Moderne Finanzarchitektur in Tokio bei DÀmmerung, die die StabilitÀt und Resilienz der FinanzmÀrkte symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

WĂ€hrend die US-Mutter Oracle wegen einer "Force-Majeure"-Mitteilung zu ihrem Rechenzentrumsprojekt in New Mexico in New York um mehr als drei Prozent nachgab, lief es in Tokio genau umgekehrt: Oracle Japan legte am Freitag ĂŒber sieben Prozent zu. Der Grund liegt im Zahlenwerk, das die japanische Tochter am Vortag vorgelegt hatte – und das fĂŒr ein erstes GeschĂ€ftsquartal Bestwerte bei Umsatz und Gewinn markierte.

Cloud-GeschÀft treibt die Marge

Der Umsatz im Quartal von Juni bis August stieg um 13 Prozent auf 74,861 Milliarden Yen, umgerechnet rund 472 Millionen Dollar. Der Betriebsgewinn kletterte deutlich stÀrker, um 22,7 Prozent auf 25,918 Milliarden Yen, der Nettogewinn legte um 23,2 Prozent auf 18,245 Milliarden Yen zu. Der Gewinn je Aktie stieg von 115 auf 142 Yen.

Treiber dieser Entwicklung ist das Cloud-GeschĂ€ft. Dessen Erlöse sprangen um 31,7 Prozent auf 25,143 Milliarden Yen und machen inzwischen 33,6 Prozent des Gesamtumsatzes aus, nach 28,8 Prozent im Vorjahr. Damit wĂ€chst die Cloud-Sparte deutlich schneller als der Rest des GeschĂ€fts und verbessert spĂŒrbar die Kostenstruktur – Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken auf 7,1 Milliarden Yen, unter anderem durch geringere Mitarbeiterzahlen und einmalige RĂŒckstellungsauflösungen.

Auch das margenschwĂ€chere Consulting-GeschĂ€ft ĂŒberraschte: Trotz rĂŒcklĂ€ufiger Erlöse stieg die ProfitabilitĂ€t dort um rund 40 Prozent, weil das Unternehmen zunehmend auf KI-gestĂŒtzte AblĂ€ufe und ausgelagerte Berater setzt.

Beim Ausbau der Rechenzentren in Tokio und Osaka verzeichnete Oracle Japan laut Management eine breit gestreute Nachfrage ĂŒber Branchen wie öffentlichen Sektor, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Fertigung hinweg – nicht getrieben von wenigen GroßauftrĂ€gen.

Ausblick bleibt vage, aber bestÀtigt

FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr hĂ€lt Oracle Japan an der Umsatzprognose von 6 bis 10 Prozent Wachstum fest. Konkrete Zahlen fĂŒr das zweite Quartal nannte das Management nicht, stellte aber in Aussicht, das gesenkte Kostenniveau bei Vertrieb und Verwaltung beizubehalten.

Der Konzern will zudem sein Angebot fĂŒr souverĂ€ne Cloud-Lösungen in Japan ausbauen und die KI-Strategie schĂ€rfen – vor dem Hintergrund der milliardenschweren Investitionszusage der US-Mutter fĂŒr Cloud- und KI-Infrastruktur in Japan ĂŒber die kommenden zehn Jahre, bei der auch SoftBank als Partner fĂŒr souverĂ€ne Cloud- und KI-Dienste auftritt.

Die Diskrepanz zwischen der Kursreaktion in Tokio und den Sorgen um das US-Projekt in New Mexico zeigt, wie unterschiedlich Anleger beide GeschĂ€fte derzeit bewerten. FĂŒr die japanische Einheit bleibt das Cloud-Wachstum der entscheidende Faktor – die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich das Tempo von ĂŒber 30 Prozent halten lĂ€sst.

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