Orsted Aktie: 79 Prozent weniger Quartalsgewinn
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der dänische Energiekonzern Ørsted verzeichnete im ersten Halbjahr ein operatives Plus im Kerngeschäft. Ein höheres Windaufkommen und gestiegene Strompreise gaben dem Offshore-Segment spürbaren Auftrieb. Gleichzeitig drückten außerordentliche Belastungen auf den Konzernüberschuss.
Offshore-Windkraft treibt operatives Ergebnis
Im ersten Halbjahr erreichte das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor neuen Partnerschaften 15,0 Milliarden DKK. Dies entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Maßgeblicher Treiber war die Stromerzeugung auf See.
Das Offshore-Geschäft profitierte vor allem von günstigen Windgeschwindigkeiten und einem höheren Preisniveau. Das operative Ergebnis dieses Segments kletterte im Sechsmonatszeitraum auf 11,9 Milliarden DKK. Die Zuwächse auf See glichen schwächere Entwicklungen in anderen Konzernteilen aus.
Die Erholung verhinderte jedoch keinen Dämpfer beim Reingewinn des zweiten Quartals. Belastungen drückten das Ergebnis nach Steuern um 79 Prozent auf 687 Millionen DKK. Ausschlaggebend hierfür waren Wertberichtigungen in Höhe von 1,2 Milliarden DKK.
Die operative Basis zeigte sich im zweiten Jahresviertel stabil, gestützt durch das kontinuierliche Voranschreiten der bestehenden Windparks.
Ausbauprogramm stützt mittelfristige Ziele
An den Jahreszielen hält die Konzernführung fest. Für das Gesamtjahr peilt Ørsted ein operatives Ergebnis vor neuen Partnerschaften und Stornokosten von über 28 Milliarden DKK an. Die Bruttoinvestitionen sollen sich in einer Spanne zwischen 50 und 55 Milliarden DKK bewegen.
Die Sparten entwickeln sich uneinheitlich. Während das Offshore-Ergebnis das Vorjahresniveau übertreffen soll, rechnet Ørsted im Onshore-Bereich mit einer Stagnation. Für das Bioenergie- und sonstige Geschäft senkte das Unternehmen die Erwartungen infolge geringerer Erlöse aus Systemdienstleistungen und Gasspeichern.
Für das Geschäftsjahr 2027 plant der Konzern einen weiteren Gewinnsprung. Angepeilt wird ein operatives Ergebnis von mehr als 32 Milliarden DKK. Als Fundament für dieses Ziel dient ein laufendes Offshore-Bauprogramm mit einer Kapazität von 8,1 Gigawatt.
Ende des Elsam-Verfahrens schafft Klarheit
Zusätzliche Planungssicherheit brachte der formale Abschluss eines langjährigen Rechtsstreits. Das dänische See- und Handelsgericht hatte im Juni zugunsten des Konzerns geurteilt. Am 12. August ließen die Kläger im Elsam-Verfahren die Frist für Rechtsmittel verstreichen, womit die gerichtliche Auseinandersetzung endgültig beigelegt ist.
Parallel dazu überprüfte das Management seine Finanzierungsstruktur. Nach einer Analyse des Bedarfs beendete Ørsted die Zusammenarbeit mit Standard & Poor's. Die Bonitätsnoten von Moody's mit Baa2 bei negativem Ausblick sowie von Fitch mit BBB bei stabilem Ausblick bleiben weiterhin bestehen.
Am Markt spiegelt sich die Zurückhaltung der Anleger wider. Am gestrigen Dienstag schloss das Papier bei 17,36 Euro. Damit notiert der Titel 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 23,30 Euro.
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