Palantir, Aktie

Palantir Aktie: 160,96 Euro Analystenziel nach Q2

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 16:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Palantir überzeugt mit 93 Prozent Umsatzplus und Milliarden-Gewinn. Analysten erhöhen Kursziele, während die Aktie unter dem Jahreshoch bleibt.

Palantir: Starkes Quartalswachstum trotz anhaltender Bewertungsbedenken
Abstrakte digitale Datenvisualisierung und neuronale Netzwerke in einem professionellen, technologischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Woche mit wilden Kursausschlägen liegt hinter Palantir. Doch was jetzt zählt, ist nicht die Volatilität — es sind die Zahlen dahinter. Während der Rest der Softwarebranche unter "KI-Müdigkeit" ächzt, liefert Palantir etwas, das die Skeptiker lange vermisst haben: echtes, belegbares Wachstum.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache als die Kritiker

Der Umsatz im zweiten Quartal kletterte auf 1,94 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 93 Prozent zum Vorjahr. Besonders bemerkenswert: Das US-Firmenkundengeschäft wuchs um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar.

Das ist keine Randnotiz. Es ist der Beweis, dass Palantirs KI-Plattform AIP die Experimentierphase hinter sich lässt. Firmenkunden zahlen jetzt in großem Stil — nicht mehr nur für Pilotprojekte.

CEO Alex Karp brachte es auf den Punkt: Das gesamte Geschäft hat sich in zwölf Monaten fast verdoppelt. Für mich ist das der entscheidende Unterschied zu anderen Tech-Riesen, die gerade wegen ihrer immensen Investitionsausgaben mit ungewissem Ertrag unter Beschuss stehen. Palantir zeigt stattdessen eine sehr saubere Umsatzkonvertierung, ohne dass ein gigantischer Capex-Berg im Hintergrund droht. Der GAAP-Nettogewinn von rund einer Milliarde Dollar im Quartal untermauert das.

Stimmung gegen Bewertung

Die Aktie steht bei 136,64 Euro, nach einem Kurssprung von 28 Prozent in den vergangenen sieben Handelstagen. Trotzdem bleibt der Titel auf Jahressicht mit minus 13 Prozent im Minus und liegt noch rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro.

Diese Lücke ist aus meiner Sicht der Kern der Geschichte. Die Quartalszahlen haben viel Schaden repariert. Die "Überbewertungs"-Sorgen, die Palantir Anfang 2026 belastet haben, sind aber nicht komplett verschwunden.

Der RSI liegt bei 66,6 — deutlich abgekühlt gegenüber Werten über 82 direkt nach der Zahlenveröffentlichung. Das lese ich als gesundes Zeichen für die Bullen. Die Aktie steckt nicht mehr in der unmittelbaren Gefahrenzone einer technischen Umkehr.

Der Weg Richtung 160 Euro

Analysten haben ihre Kursziele zuletzt aggressiv angehoben. Der umgerechnete Konsens liegt jetzt bei 160,96 Euro — ein implizites Aufwärtspotenzial von 17,8 Prozent.

Nicht alle sind überzeugt. Bekannte Shortseller wie Michael Burry halten weiter an ihren Wetten gegen die Aktie fest. Wer bei einer annualisierten Volatilität von fast 97 Prozent auf eine Rückkehr zum Mittelwert setzt, hat rechnerisch durchaus Argumente auf seiner Seite.

Trotzdem: Die Chancen sprechen mittelfristig für die Bullen — vorausgesetzt, Palantir erfüllt die angehobene Jahresprognose von 8,15 bis 8,158 Milliarden Dollar Umsatz. Bleibt das Unternehmen dabei, seine These zu beweisen, dass "KI-Souveränität" für Staaten und Konzerne keine Kür, sondern Pflicht ist, dürfte sich das aktuelle Kursniveau eher als Boden denn als Deckel erweisen.

Unterm Strich hat sich Palantir von der spekulativen KI-Wette zu einem belegbaren Wachstumsmotor entwickelt. Die Fahrt bleibt volatil — aber die Richtung stimmt für mich klarer als noch vor einem Quartal.

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