PANDION-Anleihe: 88 Prozent in 30 Tagen verloren
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist gestellt, doch für die Anleihegläubiger der PANDION AG beginnt damit erst die eigentliche Arbeit. Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger rief die Inhaber der Anleihe 2021/2028 dazu auf, ihre Interessen zu bündeln. Der Aufruf markiert den Auftakt zu einer organisierten Gläubigervertretung, die in den kommenden Wochen über das weitere Vorgehen mitentscheiden dürfte.
Vertrauensverlust nach geplatzter Zinszahlung
Auslöser der Krise war die Ankündigung der PANDION AG, die am 5. August fällige Zinszahlung auf die Anleihe mit der ISIN DE000A289YC5 nicht fristgerecht leisten zu können. Als Grund nannte das Unternehmen eine unerwartet entstandene Liquiditätslücke, verursacht durch den Rückzug eines finanzierenden Partners.
Nur wenige Tage später folgte der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung – neben der PANDION AG selbst sind auch die Tochtergesellschaften PANDION Real Estate, PANDION Vertriebsgesellschaft, PANDION Design, PANDION Projektmanagement und PANDION Engineering betroffen.
Für Anleihegläubiger ist die Situation deshalb doppelt unangenehm: Erst wurde ihnen im vergangenen November nach Zustimmung zu einer Laufzeitverlängerung um 2,5 Jahre ein Kupon von 8,00 Prozent per annum als Kompensation zugesagt, wenige Monate später steht nun die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens insgesamt infrage. Die von der SdK initiierte Interessenbündelung soll verhindern, dass einzelne Gläubiger im Insolvenzverfahren isoliert verhandeln müssen.
Löhne gesichert, Kurs im freien Fall
Immerhin für die Belegschaft gibt es eine kurzfristige Entlastung: Medienberichten zufolge ließ die PANDION AG die Gehälter für August, September und Oktober über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit absichern. Das verschafft dem Unternehmen operativen Spielraum, während die Sanierung unter Eigenverwaltung anläuft.
Am Kapitalmarkt hat sich die Lage dagegen nicht beruhigt. Der Kurs der Anleihe verlor am Freitag 8,7 Prozent und schloss bei 5,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 33 Prozent zu Buche, binnen 30 Tagen büßte das Papier 88 Prozent ein.
Der RSI von 15,0 signalisiert eine stark überverkaufte Situation, die annualisierte Volatilität von 261 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt die Nachrichtenlage aktuell verarbeitet.
Webcast am 1. September als nächster Prüfstein
Für die gebündelten Gläubigerinteressen dürfte der von der PANDION AG angekündigte Anleihegläubiger-Webcast am 1. September zum zentralen Termin werden. Dort will das Unternehmen die Hintergründe der Liquiditätskrise und das weitere Vorgehen im Insolvenzverfahren erläutern.
Für Anleger, die sich über die SdK oder eigenständig organisieren, bietet der Termin die erste Gelegenheit, konkrete Fragen zur Werthaltigkeit ihrer Forderungen und zum Sanierungskonzept zu stellen. Bis dahin bleibt die Informationslage dünn – und der Kurs der Anleihe ein Spiegel der Unsicherheit, wie viel von der ursprünglichen Forderung am Ende tatsächlich zurückfließt.
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