Parsons Aktie: Starke Zahlen, Abgang des Finanzchefs
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 15:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deParsons liefert im dritten Quartal ein Rekordergebnis und wird dafĂŒr trotzdem abgestraft. Im vorbörslichen Handel gab die Aktie zeitweise gut fĂŒnf Prozent nach. Der Grund: eine nur eingeengte Prognose und ein ĂŒberraschender Wechsel an der Finanzspitze.
Zahlen ĂŒber den Erwartungen
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,89 Dollar, Analysten hatten mit rund 0,78 Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar und ĂŒbertraf ebenfalls die SchĂ€tzungen. Das bereinigte EBITDA erreichte mit 168 Millionen Dollar einen Höchststand, die Marge kletterte auf 10,2 Prozent.
Der Auftragsbestand wuchs auf Rekordniveau von 9,4 Milliarden Dollar. Das Book-to-Bill-VerhÀltnis lag bei 1,1. Im Bereich Federal Solutions legten die AuftragseingÀnge um 53 Prozent zu.
Der Nettogewinn sank dagegen auf 54 Millionen Dollar. Das Unternehmen fĂŒhrt das auf Transaktionskosten zurĂŒck.
AuftrÀge aus Cyber, Raketenabwehr und Weltraum
Parsons verbuchte drei AuftrĂ€ge mit einem Volumen von jeweils mehr als 100 Millionen Dollar. Die Obergrenze einer Vereinbarung mit dem US Cyber Command wurde auf 750 Millionen Dollar angehoben. Neu hinzu kam ein Mandat als Bauherrenberater fĂŒr das kĂŒnftige Hauptquartier des US Space Command in Huntsville, Alabama.
Operativ lief es zudem rund: Der Cashflow aus dem laufenden GeschÀft sprang auf 269 Millionen Dollar, nach 163 Millionen im Vorjahresquartal.
Prognose und Personalie dÀmpfen
FĂŒr 2026 grenzt das Management die Spannen ein, bestĂ€tigt aber lediglich die Mitte. Der Umsatz soll zwischen 6,25 und 6,45 Milliarden Dollar liegen, das bereinigte EBITDA zwischen 510 und 550 Millionen Dollar. Wer nach dem schwierigen zweiten Quartal auf eine Anhebung gehofft hatte, wurde enttĂ€uscht.
Hinzu kommt der Abschied von Finanzchef Matt Ofilos. Er scheidet zum 6. November aus, um eine andere berufliche Chance zu ergreifen. Meinungsverschiedenheiten mit dem Unternehmen gab es nach dessen Angaben nicht. Interimsweise ĂŒbernimmt George Ball, der Parsons von 2008 bis 2022 als Finanzchef fĂŒhrte und heute im Verwaltungsrat sitzt. Er begleitete auch den Börsengang 2019.
Marktbeobachter dĂŒrften den Wechsel als zusĂ€tzliche Unsicherheit in einer ohnehin sensiblen Phase werten. Ball kennt das Haus allerdings gut, das schafft KontinuitĂ€t.
Bis zum 6. November bleibt Ofilos im Amt. Dann ĂŒbernimmt Ball, wĂ€hrend der Verwaltungsrat einen dauerhaften Nachfolger sucht.
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