Petrobras Aktie: Morpho-Fund vor Amapá erweitert
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Fahrwasser des politischen Geschehens in Brasilien verzeichnete Petrobras am gestrigen Montag ein Kursplus von 11%. Flávio Bolsonaro schnitt im ersten Durchgang der brasilianischen Präsidentschaftswahl spürbar besser ab als in den Umfragen prognostiziert.
Das Wahlergebnis hellte die Stimmung der Anleger hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen auf. Medienberichten zufolge stützten zudem jüngste Explorationserfolge die Nachfrage nach den Anteilscheinen. Die Aktie beendete den gestrigen Handelstag bei 9,15 €.
Neue Funde und Pläne zur Treibstoffversorgung
Operativ erhält der Energiekonzern Rückenwind durch Aktivitäten im Explorationsbereich. Am vergangenen Freitag teilte Petrobras mit, in der Bohrung Morpho im Block FZA-M-59 vor der Küste von Amapá auf ein weiteres ölhaltiges Intervall gestoßen zu sein.
Die Entdeckung erfolgte in einer Wassertiefe von 2.886 Metern. Genaue Laboranalysen dauern an. Eine Ressourcenschätzung oder einen Beschluss zur kommerziellen Erschließung gab das Unternehmen bislang nicht bekannt.
Parallel dazu treibt der Konzern Überlegungen zur Raffineriekapazität voran. Wie Bloomberg am vergangenen Samstag berichtete, sorgt ein weltweiter Mangel an Diesel für neuen Antrieb bei den Bestrebungen, die heimische Treibstoffproduktion zu steigern.
Magda Chambriard, CEO von Petrobras, erklärte, das Unternehmen prüfe derzeit Investitionen, um eine brasilianische Selbstversorgung mit Diesel zu erreichen. Die strategische Ausrichtung dürfte voraussichtlich in den Geschäftsplan für die Jahre 2027 bis 2031 einfließen.
Wartungsprogramm, Flüssiggas und regulatorische Reibungen
Gleichzeitig fordern Instandhaltungsmaßnahmen das Tagesgeschäft. Am gestrigen Montag startete eine planmäßige Revision der Raffinerie Presidente Getúlio Vargas (Repar). Laut Reuters erfordern die Arbeiten ein Budget von etwa 800 Millionen R$. Das Wartungsprogramm soll bis in die zweite Novemberhälfte laufen und zu Spitzenzeiten rund 6.000 Arbeitskräfte binden.
Die Versorgung mit Energierohstoffen festigte Petrobras zudem am 29. September über einen langfristigen Liefervertrag: Cheniere Marketing vereinbarte mit dem Konzern die Lieferung von jährlich rund 0,8 Millionen Tonnen LNG über eine Laufzeit von 22 Jahren auf Free-on-Board-Basis.
Auf der regulatorischen Ebene zeichnen sich dagegen Konflikte ab. Medienberichten zufolge warf Pietro Mendes, Direktor der Regulierungsbehörde ANP, Führungskräften von Petrobras vor, Druck bezüglich geplanter Vorschriften zur Marktöffnung im Erdgassektor ausgeübt zu haben. Für den 21. Oktober ist in dieser Angelegenheit eine öffentliche Anhörung angesetzt.
Der jüngste Kursschub brachte das Papier bis auf Tuchfühlung an das 52-Wochen-Hoch von 9,31 € heran.
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