Pinterest Aktie: Insider verkauft trotz Kurssturz
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 01:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Diese Woche hätte für Pinterest kaum schlechter laufen können. Die Aktie fiel binnen sieben Tagen um fast 14 Prozent, nachdem CEO Bill Ready auf einer Investorenkonferenz altbekannte Probleme erneut ansprach. Mittendrin: Mitgründer Benjamin Silbermann, der genau in dieser Phase Aktien im Wert von rund 1,88 Millionen Dollar verkaufte.
Die Transaktionen fanden am 8. und 9. September über einen bereits im Februar eingerichteten Rule-10b5-1-Handelsplan statt — ein automatisierter Verkaufsplan, der Insidern erlaubt, unabhängig von aktuellem Kurswissen zu handeln.
Silbermann veräußerte insgesamt 93.750 Aktien zu Preisen zwischen 19,82 und 20,26 Dollar, nachdem er zuvor Class-B- in Class-A-Aktien umgewandelt hatte. Er hält über die Familientrust weiterhin gut 34,5 Millionen Class-B-Aktien — der Verkauf betrifft also nur einen kleinen Teil seines Bestands.
Ready wiederholt bekannte Schwachstellen
Der eigentliche Kursauslöser war Readys Auftritt bei der Goldman-Sachs-Konferenz. Er bestätigte dort im Kern die Botschaft aus dem zweiten Quartal: Neue EU-Regeln bremsen grenzüberschreitende Verkäufer aus Asien, die international Umsatz bringen sollen. Hinzu kommt die laufende Restrukturierung im Ausland, mitten im Abgang von CFO Julia Brau Donnelly. Ready räumte ein, dass beim internationalen Monetarisierungs-Gap noch "eine Menge Arbeit" bevorstehe.
Diese Lücke ist tatsächlich beachtlich: Über 80 Prozent der mehr als 640 Millionen Nutzer kommen aus dem Ausland, doch nur rund 20 Prozent des Umsatzes stammen von dort. Positiv fällt dagegen auf, dass Pinterest zwölf Quartale in Folge Nutzerrekorde meldet und Performance+, das KI-gestützte Werbeprodukt, inzwischen 30 Prozent des unteren Trichterumsatzes ausmacht.
Optionsmarkt setzt auf weitere Schwäche
Der Kurseinbruch spiegelt sich deutlich im Optionsmarkt wider. Am Tag des Rückgangs wechselten über 30.000 Kontrakte den Besitzer, wobei ein Put mit Fälligkeit 18. September und Basispreis 18,50 Dollar allein 5.519 neue Kontrakte auf sich zog — bei zuvor nur 21 offenen Positionen. Das deutet auf frische, gerichtete Wetten hin, dass die Aktie unter dieser Marke bleibt.
Die implizite Volatilität stieg um gut 3,5 Prozentpunkte auf über 56 Prozent, während der Skew zwischen Puts und Calls anzeigt, dass Absicherungen gegen weitere Verluste derzeit gefragter sind als Wetten auf eine Erholung.
Analysten bleiben unterdessen uneins: DA Davidson und Susquehanna sehen Kursziele von 27 beziehungsweise 32 Dollar, während Baird bei 26 Dollar und einer neutralen Einstufung verharrt — deutlich über dem aktuellen Kursniveau von rund 18 Dollar.
Für die kommenden Tage bleibt der Optionsmarkt der Taktgeber. Der Put mit Fälligkeit 18. September markiert die Marke, an der sich zeigen wird, ob die Verkäufer weiter die Oberhand behalten oder ob operative Fortschritte bei Gen-Z-Nutzern und Werbeplattform die Stimmung drehen können.
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