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Planet Labs PBC Aktie: Neue Fabrik in Berlin eröffnet

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Planet Labs fertigt kĂŒnftig Pelican-Satelliten in Berlin und erweitert sein EuropageschĂ€ft, wĂ€hrend der Umsatz im zweiten Quartal um 58 Prozent stieg.

Planet Labs eröffnet Berliner Satellitenfabrik und verdoppelt KapazitÀt
Moderne industrielle High-Tech-Fertigungshalle fĂŒr Satellitentechnologie in einer urbanen Umgebung bei DĂ€mmerung. Illustration mit AI erstellt.

Mit der Eröffnung einer eigenen ProduktionsstĂ€tte in Berlin-Mitte baut Planet Labs PBC seine industrielle PrĂ€senz außerhalb der Vereinigten Staaten deutlich aus.

Am gestrigen Dienstag nahm der US-Konzern den Standort in Betrieb, an dem kĂŒnftig Erdbeobachtungssatelliten der Pelican-Klasse gefertigt werden sollen. Das Unternehmen reagiert damit vor allem auf den wachsenden Bedarf europĂ€ischer Regierungen und StreitkrĂ€fte an eigenstĂ€ndigen AufklĂ€rungskapazitĂ€ten.

Verdopplung der KapazitĂ€ten fĂŒr Pelican-Satelliten

Die neue FertigungsstÀtte umfasst rund 5.700 Quadratmeter FlÀche, darunter mehr als 2.000 Quadratmeter Reinraum. Laut CEO Will Marshall liegt das Investitionsvolumen im achtstelligen Euro-Bereich.

Vor Ort sollen die KapazitĂ€ten schrittweise auf bis zu 60 Satelliten pro Jahr hochgefahren werden. Ein solches Volumen wĂŒrde die weltweite Jahresproduktion des Konzerns, dessen einziger bisheriger vollstĂ€ndiger Fertigungsstandort in San Francisco liegt, verdoppeln.

Der erste in der Bundeshauptstadt gebaute Flugkörper soll noch vor dem Jahreswechsel fertiggestellt werden. FĂŒr den Transport in den Erdorbit setzt das Unternehmen auf europĂ€ische Partner: Der Erststart ist fĂŒr Anfang 2027 an Bord einer Spectrum-TrĂ€gerrakete von Isar Aerospace geplant. Damit verringert der Konzern zugleich die AbhĂ€ngigkeit von bisherigen TrĂ€gerdiensten.

Um die Fertigungslinie zu betreiben, erweitert Planet Labs das bestehende Berliner Team von knapp 150 Mitarbeitern um 70 zusÀtzliche FachkrÀfte. Europa stellt damit bereits mehr als 30 Prozent der weltweiten Belegschaft des Unternehmens.

EuropÀische Sicherheitsinteressen treiben die Nachfrage

Hinter der Expansion steht eine spĂŒrbare Verschiebung der Kundennachfrage. Das Verteidigungs- und Sicherheitssegment macht mittlerweile rund 60 Prozent der gesamten GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten aus. Angesichts geopolitischer Spannungen investieren europĂ€ische Staaten massiv in weltraumgestĂŒtzte AufklĂ€rung. In Deutschland sehen Planungen bis 2030 Investitionen von rund 35 Milliarden Euro fĂŒr Satellitenkommunikation und Erdbeobachtung vor.

Die in Berlin entstehenden Pelican-Satelliten wiegen rund 300 Kilogramm und sollen in der nÀchsten Ausbaustufe eine optische Auflösung von 30 Zentimetern liefern. Planet Labs betreibt gegenwÀrtig rund 200 Satelliten im Erdorbit und zÀhlt unter anderem das Bundesinnenministerium sowie Behörden in Japan und Schweden zu seinen Auftraggebern.

Mit der physischen Fertigung auf dem Kontinent erleichtert der Konzern öffentlichen Auftraggebern den Zugriff auf hochauflösende Geodaten. Die direkte Produktion vor Ort ermöglicht es Kunden, striktere nationale Sicherheitsvorgaben und Anforderungen an Datenhoheit zu erfĂŒllen.

Kurs bleibt nahe dem Jahrestief

An den FinanzmĂ€rkten sorgte der Schritt zunĂ€chst fĂŒr verhaltene Reaktionen. Im gestrigen Handel verzeichnete die Aktie einen leichten RĂŒckgang um 0,7 Prozent und schloss bei 14,80 Euro. Das Papier notiert damit 9,6 Prozent ĂŒber seinem 52-Wochen-Tief.

Analysten heben gleichwohl die langfristigen Aussichten des Sektors hervor. Das Bankhaus Berenberg stuft Planet Labs mit einer Kaufempfehlung ein und verweist auf die branchenweit drastisch gesunkenen Startkosten als wesentlichen Wachstumstreiber.

Auf operativer Ebene legte der Umsatz im zweiten Quartal des GeschÀftsjahres 2027 im Vorjahresvergleich um 58 Prozent auf 116,1 Millionen US-Dollar zu. Der Standortausbau festigt nun das Standbein im wachsenden europÀischen Markt.

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