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Plug Power Aktie: 5,37-Prozent-Sprung auf 1,94 Euro

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 01:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Plug Power meldet im zweiten Quartal 2026 erstmals eine ausgeglichene Bruttomarge, senkt Kosten deutlich und hebt die Umsatzprognose an. Die Aktie reagiert mit einem Kursplus.

Plug Power überzeugt mit Q2-Zahlen: Erste schwarze Bruttomarge und erhöhte Jahresprognose
Moderne Wasserstoff-Infrastruktur im Morgenlicht als Symbol für grüne Energietechnologie und Marktdynamik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Plug Power hat am Montag nach US-Börsenschluss Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, die für spürbaren Rückenwind sorgen. Der Wasserstoff-Konzern meldete einen Umsatz von rund 178 Millionen US-Dollar, erreichte erstmals eine ausgeglichene Bruttomarge und hob zugleich seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.

Das Management bekräftigte zudem das Ziel, im vierten Quartal 2026 ein positives EBITDAS zu erzielen. Die Aktie reagierte am heutigen Dienstag mit einem Kurssprung von 5,37 Prozent auf 1,94 Euro, nachdem sie am Montag noch bei 1,84 Euro geschlossen hatte.

Kosten sinken deutlich, Cash-Verbrauch bleibt im Blick

Unter dem Strich verzeichnete Plug Power im zweiten Quartal einen Verlust je Aktie nach US-GAAP von 0,14 US-Dollar, bereinigt lag der Fehlbetrag bei 0,07 US-Dollar je Anteil. Deutlich ins Gewicht fällt der Rückgang der operativen Kosten: Sie sanken im Jahresvergleich um rund 50 Prozent auf etwa 62 Millionen US-Dollar.

Der Netto-Cash-Verbrauch belief sich auf rund 61 Millionen US-Dollar, die unrestringierte Kassenposition lag zum Quartalsende bei etwa 162 Millionen US-Dollar. Damit bleibt die Liquiditätslage ein zentrales Thema für Anleger, auch wenn sich das Tempo des Kapitalverzehrs im Vergleich zu früheren Quartalen spürbar verlangsamt hat.

Um die Bilanz weiter zu stärken, treibt das Unternehmen die Monetarisierung von Vermögenswerten voran. Nach Quartalsende sollen Transaktionen kurzfristig 80 Millionen US-Dollar an zusätzlicher Liquidität einbringen, wovon bis August bereits rund 47 Millionen US-Dollar eingegangen sind.

Insgesamt peilt Plug Power im Rahmen seiner Initiativen zu Asset-Verkäufen und nicht-verwässernder Finanzierung ein Volumen von 275 Millionen US-Dollar an. Diese Mittel sollen die Brücke bis zum angestrebten positiven EBITDAS im Schlussquartal schlagen.

Wachstum bei Material Handling, Service und Kraftstoff

Operativ zeigte sich im Kerngeschäft deutliche Dynamik. Die Auslieferungen im Material-Handling-Segment kletterten im Jahresvergleich um 125 Prozent auf 1.666 GenDrive-Einheiten. Auch das Servicegeschäft legte kräftig zu: Die Erlöse stiegen um 82 Prozent auf rund 30 Millionen US-Dollar.

Der Kraftstoffbereich wuchs moderater, aber stetig – die Umsätze zogen um rund 15 Prozent auf etwa 39 Millionen US-Dollar an. Diese drei Segmente zusammen liefern die Basis für die angehobene Jahresprognose und stützen die Aussage des Managements, wonach die Bruttomarge im Zuge des Skaleneffekts weiter zulegen soll.

Auf der Projektseite meldete Plug Power im zweiten Quartal zwei konkrete Fortschritte im internationalen Geschäft. Für das Barrow Green Hydrogen-Projekt in Großbritannien mit einer Kapazität von 30 Megawatt fiel die finale Investitionsentscheidung.

Parallel sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag über 50 Megawatt für den Hunter Valley Hub des Bergbau- und Sprengstoffkonzerns Orica in Australien. Beide Vorhaben unterstreichen, dass Plug Power sein Geschäft über den nordamerikanischen Heimatmarkt hinaus internationalisiert.

Kursreaktion trifft auf angeschlagenes Chartbild

Der heutige Kursanstieg reiht sich in eine Erholungsbewegung der vergangenen Wochen ein: Über sieben Tage steht ein Plus von 3,31 Prozent zu Buche, auf Jahressicht summiert sich der Zuwachs auf 15,52 Prozent.

Dennoch bleibt die Aktie weit von ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro entfernt, das sie im Oktober vergangenen Jahres markiert hatte – der Abstand beträgt aktuell rund 52 Prozent. Das zeigt, dass die operativen Fortschritte bislang nicht ausreichen, um das Vertrauen der vergangenen Boomphase zurückzugewinnen.

Für Anleger bleibt daher entscheidend, ob Plug Power die Kombination aus sinkenden Kosten, wachsendem Servicegeschäft und internationaler Projektpipeline bis zum vierten Quartal tatsächlich in ein positives EBITDAS ummünzen kann.

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