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Polestar Auto.adr/ a Aktie: Bestellbücher für Polestar 4 geöffnet

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Polestar senkt die Jahresprognose, meldet hohe Mittelabflüsse und plant mehr Verkaufsstandorte in Frankreich.

Polestar setzt auf neues SUV trotz US-Rückschlag und hoher Verluste
Schnittige Silhouette eines Elektroautos in einem modernen, futuristisch beleuchteten Tunnel. Illustration mit AI erstellt.

Der Elektroautobauer Polestar setzt im Ringen um Marktanteile auf frische Modelle. Am 3. September öffnete das Unternehmen die Bestellbücher für das neue SUV Polestar 4. Das Modell bildet den Auftakt zu mehreren überarbeiteten Fahrzeugen, mit denen der Konzern in den kommenden Jahren sein Profil schärfen will. Die Einführung erfolgt in einer Phase spürbarer Belastungen im nordamerikanischen Geschäft.

Gedämpfte Absatzerwartungen im Gesamtjahr

Zuvor untersagte das US-Handelsministerium den Verkauf von Fahrzeugen ab dem Modelljahr 2027. In der Folge senkte Polestar seine Prognose für das jährliche Volumenwachstum auf einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Management stellt nun Auslieferungen von rund 61.900 bis 63.100 Einheiten in Aussicht. Die Neuausrichtung zieht Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem US-Geschäft von etwa 130 Millionen $ nach sich.

Der regulatorische Rückschlag in den USA trifft das Unternehmen zur Unzeit. Nordamerika galt als zentraler Pfeiler für die geplante Expansion. Dass Polestar nun Sonderbelastungen verbuchen muss und die weltweiten Absatzerwartungen zurücknimmt, erhöht die Dringlichkeit, auf anderen Märkten neue Käuferschichten zu erschließen.

Hohe Verluste belasten die Liquidität

Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen die finanzielle Anspannung. Medienberichten zufolge wies Polestar für das zweite Quartal einen Umsatz von 727 Millionen $ sowie einen Nettoverlust von 459 Millionen $ aus. Der bereinigte Verlust je Aktie belief sich auf -2,19 $ und fiel damit höher aus als der von Analysten erwartete Fehlbetrag.

Auch die Barmittel schwinden in hohem Tempo. Im ersten Halbjahr summiert sich der freie Barmittelabfluss auf negative 1,06 Milliarden $, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Fehlbetrag von 787 Millionen $ verbucht worden war. Das Minus fiel trotz einer Kapitalmaßnahme an, die frisches Eigenkapital von 700 Millionen $ in die Kassen spülte.

An der Börse hinterließen die Hiobsbotschaften deutliche Spuren. Vor gut drei Wochen stellte Polestar in Göteborg die Designstudie Formula 2030 vor, doch die Skepsis der Investoren hielt an: Seither büßte der Titel 22,4 Prozent ein. Am Freitag schloss das Papier bei 6,93 USD, was einem Rückgang von 44 Prozent auf Sicht von 30 Tagen entspricht.

Ausbau des internationalen Vertriebs

Um den Absatz anzukurbeln, treibt das Management die Expansion eigener Handelsstandorte voran. CEO Michael Lohscheller plant die Eröffnung weiterer Verkaufsflächen in Frankreich, um das Netz dort bis zum Jahresende auf 25 Standorte auszubauen. Auf globaler Ebene peilt der Konzern für 2026 insgesamt 250 Standorte an.

Für Polestar steht damit viel auf dem Spiel. Die kommenden Auslieferungsdaten werden zeigen müssen, ob die Bestelleingänge für das neue SUV-Modell den wegbrechenden Absatz im US-Geschäft auffangen können.

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