Prothena, Aktie

Prothena Aktie: Verfehlte Erwartungen, volle Kasse

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz niedriger Quartalserlöse verfügt Prothena über 272,2 Millionen Dollar Barmittel und bestätigt die Jahresprognose zum Mittelabfluss.
Modernes Laboratorium mit medizinischen Forschungsgeräten in einer professionellen, atmosphärischen Darstellung. Illustration mit AI erstellt.

Prothena hat im dritten Quartal die Schätzungen klar verfehlt, sitzt aber auf einem komfortablen Kapitalpolster. Der Verlust je Aktie lag bei 0,32 Dollar, Analysten hatten mit 0,21 Dollar gerechnet. Beim Umsatz klaffte die Lücke noch weiter auseinander.

Umsatz fast verschwunden

Die Erlöse beliefen sich auf nur 0,6 Millionen Dollar. Erwartet worden waren rund 9,6 Millionen. Im Vorjahresquartal hatte Prothena noch 2,4 Millionen Dollar umgesetzt, damals aus der Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb.

Über die ersten neun Monate sieht das Bild freundlicher aus. Dank einer Meilensteinzahlung von Novo über 50 Millionen Dollar stehen Erlöse von 52,7 Millionen zu Buche. Der Neunmonatsverlust schrumpfte auf 2,4 Millionen Dollar, nach 222,5 Millionen im Vorjahr.

Kostenbremse wirkt

Die Ausgaben fielen deutlich. Die Forschungskosten sanken im Quartal auf 8,4 Millionen Dollar, nach 28,9 Millionen vor einem Jahr. Weniger klinische Studien, weniger Personal und geringere Beraterkosten erklären den Rückgang. Auch die Verwaltungskosten gaben nach.

Die Barmittel betragen 272,2 Millionen Dollar, Schulden hat das Unternehmen keine. Für das Gesamtjahr bestätigt der Vorstand die Prognose: Der Mittelabfluss soll bei 18 bis 23 Millionen Dollar liegen, zum Jahresende sollen rund 259 Millionen Dollar übrig sein.

Aktionäre profitieren zusätzlich vom Rückkaufprogramm. Bis Ende September erwarb Prothena rund 2,7 Millionen eigene Aktien für 26,6 Millionen Dollar. Das Programm ist auf bis zu 100 Millionen Dollar angelegt und läuft bis zum 31. Dezember 2026.

Pipeline bei Partnern

Das eigentliche Kursargument liegt bei den Partnerprogrammen. Roche testet Prasinezumab gegen Parkinson in Phase 3, Novo prüft Coramitug bei Herzamyloidose ebenfalls in Phase 3. Beide Studien sollen 2029 abgeschlossen sein. Roche sieht für Prasinezumab ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 3,5 Milliarden Dollar.

Neue Daten von Novo zeigen, dass der Entzündungsmarker hsCRP unter Coramitug nach 52 Wochen um etwa 8 Prozent sank, während er unter Placebo um rund 33 Prozent stieg. Prothena könnte aus den Kooperationen mehr als 2,25 Milliarden Dollar an weiteren Meilensteinzahlungen erhalten, hinzu kämen mögliche Lizenzgebühren.

Der nächste konkrete Termin steht im ersten Halbjahr 2027 an. Dann erwartet Prothena von Bristol Myers Squibb die Daten der Phase-2-Studie TargetTau-1 mit Moponetug bei früher Alzheimer-Erkrankung. Die Aktie schloss zuletzt bei 7,89 Dollar und liegt auf Zwölfmonatssicht gut 25 Prozent im Minus.

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