Puma Aktie: EBIT-Verlust Q2 auf 53 Millionen halbiert
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Sportartikelhersteller Puma vollzieht sich zum Monatsende eine personelle ZĂ€sur. Vertriebsvorstand Matthias BĂ€umer verlĂ€sst das Unternehmen zum 30. September aus persönlichen GrĂŒnden und scheidet aus dem Management Board aus. Bis zur Berufung einer dauerhaften Nachfolge ĂŒbernimmt Vorstandschef Arthur Höld die Verantwortung fĂŒr die weltweite Vertriebsorganisation sowie die Tochtergesellschaften kommissarisch.
Zugleich verstĂ€rkt der Konzern sein Sportmarketing an entscheidender Stelle. Steve Cecchini, der zuvor bei Nike als General Manager fĂŒr den weltweiten SpitzenfuĂball zustĂ€ndig war, ĂŒbernimmt die Position des Senior Vice President Sports Marketing. Mit diesem Wechsel will Puma seine PrĂ€senz bei Vereinen und VerbĂ€nden ausbauen und den weltweiten Markenauftritt schĂ€rfen.
Sparprogramm begleitet die operative Durststrecke
Die personelle Neuordnung fÀllt in ein laufendes Restrukturierungsprogramm. Ein Anfang 2025 gestarteter Abbau von 20 Prozent der Belegschaft soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Im zweiten Quartal 2026 verbesserte sich das operative Ergebnis (EBIT) auf minus 53,1 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte das Minus noch bei 109,1 Millionen Euro gelegen.
Trotz des verringerten operativen Verlusts bleibt die Lage anspruchsvoll. Die Nachfrage im Sportartikelsektor erholt sich nur zögerlich, und die weltweiten Handelsketten agieren bei Neubestellungen vorsichtig. Puma reagiert darauf mit strikter Kostendisziplin, um die ProfitabilitÀt schrittweise wieder aufzubauen.
FĂŒr das gesamte GeschĂ€ftsjahr hĂ€lt Puma an seiner zurĂŒckhaltenden Prognose fest. Der Vorstand stellt einen wĂ€hrungsbereinigten UmsatzrĂŒckgang im niedrig- bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das operative Ergebnis soll sich nach den PlĂ€nen des Managements in einer Spanne zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro bewegen.
Vorsicht an den KapitalmÀrkten
An den FinanzmĂ€rkten stoĂen die SanierungsbemĂŒhungen bislang auf spĂŒrbare Skepsis. Analysten verweisen auf das schwierige Marktumfeld und mahnen vor zu hohen Erwartungen an eine schnelle Erholung der Margen. Mehrere AnalysehĂ€user haben ihre Bewertung fĂŒr den Sportartikelhersteller deshalb nach unten korrigiert.
Am Donnerstag senkte die Bank of America ihr Kursziel fĂŒr die Puma-Aktie auf 21 Euro und bekrĂ€ftigte das Votum Underperform. Zuvor hatte RBC Capital Markets das Kursziel am 10. September auf 23 Euro herabgestuft, die Einstufung aber auf Sector Perform belassen.
Die ZurĂŒckhaltung der Analysten spiegelt die Ungewissheit ĂŒber das Tempo des Turnarounds wider. Zwar sehen Marktbeobachter in den Einsparungen richtige Schritte, kurzfristig ĂŒberwiegen fĂŒr viele Investoren jedoch die Risiken durch schwĂ€chelnde KernmĂ€rkte.
Gestern schloss das Papier bei 22,29 Euro und legte damit im Tagesverlauf um 1,7 Prozent zu. GegenĂŒber dem 52-Wochen-Hoch von 30,16 Euro weist der Titel jedoch weiterhin einen deutlichen RĂŒckstand auf. Die kommenden Quartale mĂŒssen nun zeigen, ob die neue FĂŒhrungsstruktur die erhoffte Trendwende herbeifĂŒhren kann.
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