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Pyrum Innovations Aktie: Pirelli unterzeichnet Abnahmevereinbarung

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 11:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pyrum sichert sich mit Pirelli langfristige Lieferverträge für Industrieruß. Die Kooperation stärkt das Wachstum, während der operative Ausbau weiterhin Verluste verursacht.

Pyrum und Pirelli: Langfristige Partnerschaft für nachhaltige Reifenproduktion
Industrielle Anlage zur Altreifenverwertung mit aufbereitetem Gummigranulat im Fokus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das saarländische Pyrolyse-Unternehmen Pyrum Innovations festigt seine Position in der europäischen Reifenindustrie durch eine weitreichende Kooperation mit dem Hersteller Pirelli. Im Rahmen der europäischen „Tyre-to-Tyre“-Initiative haben beide Unternehmen langfristige Liefer- und Abnahmevereinbarungen unterzeichnet. Diese Partnerschaft markiert einen weiteren Schritt in der Skalierung des Geschäftsmodells von Pyrum, das sich auf die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Altreifen spezialisiert hat.

Strategische Allianz für nachhaltige Rohstoffe

Die Vereinbarung mit Pirelli sieht vor, dass Pyrum die italienischen Reifenwerke mit seinem industriell hergestellten ThermoTireBlack (TTB) beliefert. Bei diesem Material handelt es sich um einen hochwertigen Industrieruß (Recovered Carbon Black), der im Pyrolyseverfahren gewonnen wird und fossile Rohstoffe in der Reifenproduktion ersetzen kann. Im Gegenzug stellt Pirelli Altreifen sowie Ausschussware aus seinen deutschen Standorten zur Verfügung, die in den Anlagen von Pyrum verarbeitet werden.

Diese Kooperation ist Teil eines größeren Netzwerkes: Neben Pyrum und Pirelli sind auch die Chemiekonzerne BASF und Synthos an der „Tyre-to-Tyre“-Initiative beteiligt. Ziel dieses Verbundes ist es, einen geschlossenen Kreislauf für die Reifenproduktion in Europa zu etablieren. Für Pyrum bedeutet die Vereinbarung nicht nur eine gesicherte Abnahme des Endprodukts, sondern auch einen stabilen Zugang zu den notwendigen Rohstoffen für den Anlagenbetrieb.

Operative Fortschritte und Serienfreigabe durch Continental

Parallel zur neuen Partnerschaft mit Pirelli meldete Pyrum zuletzt signifikante Fortschritte in der Zusammenarbeit mit anderen Branchengrößen. Bereits im Mai erteilte Continental eine uneingeschränkte Lieferfreigabe für das ThermoTireBlack aus der neuen Mahl- und Pelletieranlage von Pyrum. Medienberichten zufolge starteten die ersten Auslieferungen an Continental bereits im Juni.

Die technische Basis für diese Lieferungen bildet die Mahl- und Pelletieranlage, die sich seit April im Regelbetrieb befindet. Das Management von Pyrum plant, die Zielausbringung nach einem für das dritte Quartal vorgesehenen Retrofit der Anlage vollständig zu erreichen. Diese operative Skalierung spiegelt sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen wider. Im ersten Quartal 2026 konnte das Unternehmen seine Umsatzerlöse auf rund 1,03 Millionen Euro verdoppeln, verglichen mit 509.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Als wesentliche Treiber für dieses Wachstum nannte Pyrum gesteigerte Erlöse aus Engineering-Leistungen und den erweiterten Betrieb der eigenen Anlagen.

Finanzielle Entwicklung und Marktreaktion

Trotz des deutlichen Umsatzwachstums bleibt die Ertragslage durch die hohen Investitionen in den Kapazitätsausbau geprägt. Für das erste Quartal wies das Unternehmen ein EBITDA von minus 2,42 Millionen Euro aus, nach einem Fehlbetrag von rund 0,53 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei minus 3,38 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert die Geschäftsführung einen konsolidierten Umsatz zwischen 6,5 Millionen Euro und 9,5 Millionen Euro bei einem erwarteten EBIT von minus 8,0 Millionen Euro bis minus 10,5 Millionen Euro.

An der Börse wurde die operative Dynamik zuletzt positiv aufgenommen. Die Aktie verzeichnete über einen Zeitraum von sieben Tagen ein Plus von 14,69 % und notiert derzeit mit einem Abstand von 12,25 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf 120,61 Millionen Euro.

Rückblickend auf die im Juni veröffentlichten Quartalszahlen hatte das Analysehaus SMC-Research bereits am 3. Juli seine Einschätzung für den Wert aktualisiert. Die Analysten bestätigten dabei ein Kursziel von 56,40 Euro und behielten ihre Einstufung als spekulativer Kauf bei, wobei sie auf das langfristige Potenzial der Technologie verwiesen. Angesichts der nun unterzeichneten Verträge mit Pirelli rückt die Fähigkeit des Unternehmens in den Fokus, die ambitionierten Wachstumsziele für das laufende Geschäftsjahr operativ umzusetzen.

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