Qualcomm Aktie: Schwache Prognose drückt
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Qualcomm hat im dritten Geschäftsquartal 2026 einen deutlichen Gewinnrückgang vermeldet und für das laufende Quartal eine Prognose vorgelegt, die unter den Erwartungen der Analysten liegt. Der Grund: steigende Kosten in der gesamten Chip-Lieferkette, vor allem bei Speicherchips.
Der Nettogewinn fiel von 2,666 Milliarden auf 2,002 Milliarden Dollar, der Umsatz sank um 4,0 Prozent auf 9,947 Milliarden Dollar. Für das kommende Quartal rechnet Qualcomm mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 2,05 und 2,25 Dollar bei einem Umsatz von 9,7 bis 10,5 Milliarden Dollar – die von LSEG befragten Analysten hatten mit 2,36 Dollar Gewinn pro Aktie und 10,02 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet.
Preise steigen, Margen sollen folgen
CEO Cristiano Amon begründete die schwächere Prognose mit branchenweit steigenden Kosten bei Wafer-Fertigung, Montage, Tests und vor allem Speicherbausteinen. Ab September will Qualcomm die Preise für seine Chips anheben, um die Margen zu stabilisieren. Amon bezeichnete die Entwicklung als vorübergehendes Problem, das man aktiv angehe.
Besonders das Handelsgeschäft mit Smartphone-Chips spürt den Gegenwind: Der Umsatz mit Handset-Chips fiel um 20 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Das Unternehmen führt dies auf eine Bodenbildung im chinesischen Markt zurück. Amon beobachtet zudem eine Verschiebung der Kundenpräferenz hin zu günstigeren Premium-Modellen und älteren Geräten – eine direkte Folge der gestiegenen Speicherpreise.
Diversifizierung als Gegengewicht
Abseits des Smartphone-Geschäfts zeigt sich ein anderes Bild. Der Automobilbereich wuchs auf 1,59 Milliarden Dollar Umsatz, gestützt durch eine am selben Tag verkündete Chip-Lieferpartnerschaft mit BMW für digitale Cockpits. Die IoT-Sparte legte um 9 Prozent auf 1,83 Milliarden Dollar zu. Die Lizenzsparte QTL steuerte 1,28 Milliarden Dollar bei und übertraf damit die Schätzungen leicht.
Parallel treibt Qualcomm den Einstieg in KI-Rechenzentren voran. Die Übernahme des Softwareunternehmens Modular wurde abgeschlossen, eine eigene KI-Softwareplattform soll im August auf einer Konferenz vorgestellt werden. Bis nächstes Jahr soll das Nicht-Smartphone-Geschäft laut Unternehmensangaben 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.
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