R S Group Aktie: Verpasste Ziele, volles Orderbuch
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Nachfrage, schwache Zahlen — bei R S Group klaffen Auftragsbuch und Halbjahresbilanz spürbar auseinander. Der Transformatorenhersteller aus dem Kanton Schwyz meldete am Mittwoch einen Umsatz- und Ergebnisrückgang für das erste Halbjahr 2026, der die Aktie um rund drei Prozent auf etwa 20,50 Franken drückte. Zur Eröffnung fiel der Kurs zeitweise noch deutlich tiefer, weit entfernt vom bisherigen Jahreshoch von 40,70 Franken.
Auftragseingang und Umsatz brechen ein
Im ersten Halbjahr kam R S Group auf einen Auftragseingang von 216,8 Millionen Franken, rund 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereinigt um eine im Dezember 2025 verkaufte Randsparte für elektrische Schalter und Steckverbinder lag das Minus bei etwa 10 Prozent.
Der Nettoumsatz sank um 13 Prozent auf 179,2 Millionen Franken. Organisch, also ohne Wechselkurseffekte, betrug der Rückgang 9 Prozent.
Das Unternehmen erklärt einen Teil der Schwäche mit reiner Terminverschiebung: Aufträge und Lieferungen im Wert von mehr als 15 Millionen Franken rutschten vom ersten ins zweite Halbjahr. Die EBITDA-Marge fiel von 21,3 Prozent im Vorjahreshalbjahr auf 19,0 Prozent.
Belastet hat auch der Stellenaufbau für das neue Kraftwerktransformatoren-Werk in ?ód? in Polen, das im vierten Quartal 2026 die Produktion aufnehmen soll. Dort sind bereits mehr als 100 Vollzeitstellen besetzt und in Schulung.
Rekordbacklog als Gegenpol
Trotz der schwachen Halbjahreszahlen wuchs der Auftragsbestand auf ein Rekordniveau von 357,9 Millionen Franken, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,2 zeigt, dass weiterhin mehr Aufträge eingehen als abgearbeitet werden.
Der freie Cashflow verbesserte sich deutlich auf 11,5 Millionen Franken — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreshalbjahr. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management weiterhin mit einem Umsatz zwischen 410 und 420 Millionen Franken bei einer EBITDA-Marge innerhalb der Zielspanne von 19 bis 21 Prozent, wenngleich dieser Ausblick unterhalb des mittelfristigen Wachstumspfads von 8 bis 12 Prozent jährlich liegt.
CEO Eduardo Terzi verweist darauf, dass bereits mehr als 80 Prozent des für das zweite Halbjahr erwarteten Umsatzes durch den bestehenden Auftragsbestand gedeckt seien. Die strukturelle Nachfrage aus Elektrifizierung, Dezentralisierung und Netzausbau bleibe intakt, die Normalisierung betreffe vor allem Teile des Verteiltransformatorengeschäfts bei Versorgern.
Den nächsten Blick ins Zahlenwerk gibt es am 16. September 2026 mit dem Halbjahresbericht, gefolgt vom Capital Markets Day am 4. November 2026 im polnischen ?ód?, wo weitere Details zur neuen Fabrik und zur Wachstumsstrategie erwartet werden.
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