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Readcrest Capital Aktie: Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erste Kaufempfehlung für Readcrest Capital: Analysten sehen Kurspotenzial durch Pflegegeschäft und Immobilienprojekte. Kursziel liegt bei 2,80 Euro.

Readcrest Capital: Analysten starten Coverage mit Kaufempfehlung und 2,80 Euro Kursziel
Ein moderner, heller Schreibtisch in einem Büro mit Blick auf eine verschwommene Stadtlandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Hamburger Holding-Konstrukt, das ambulante Pflege in England mit Bauprojekten in Deutschland verknüpft — ungewöhnlich, aber mit klarer Logik. Genau diese Kombination hat nun ein Analystenhaus zum Anlass genommen, die Coverage für Readcrest Capital mit einer Kaufempfehlung zu eröffnen. Kursziel: 2,80 Euro.

Pflege finanziert Beton

Der Verkauf des britischen Pflegeheimgeschäfts im April 2026 brachte Readcrest zunächst 44 Millionen Pfund ein. Damit tilgte das Unternehmen 30 Millionen Pfund Schulden, die verbleibenden 14 Millionen Pfund fließen in Zukäufe der ambulanten Pflegesparte und in die deutschen Immobilienprojekte. Die Pflegetochter TV Healthcare braucht dafür keinen frischen Zugang zum Kapitalmarkt — das operative Geschäft trägt sich selbst.

Kern dieser Sparte ist GHSC, einer der größten Anbieter ambulanter Pflege in Großbritannien mit rund 3.500 Beschäftigten an 58 Standorten. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte GHSC 128 Millionen Euro Umsatz bei einem operativen Ergebnis von 12,5 Millionen Euro — getragen von mehrjährigen Verträgen mit lokalen Behörden, die für stetigen Kundenzulauf sorgen.

Seit November 2025 hat das Unternehmen sechs kleinere Zukäufe abgeschlossen, die zusammen zusätzliches operatives Ergebnis von schätzungsweise 4,3 Millionen Pfund beisteuern sollen.

Der eigentliche Kurstreiber liegt in Deutschland

Die Tochter RC Stadtentwicklung übernahm Mehrheitsanteile an vier Projektgesellschaften aus der insolventen AOC-Gruppe, ein fünftes Projekt in Fürstenwalde kam 2026 mit einem hälftigen Anteil hinzu. Das gesamte Verkaufsvolumen der Projekte wird auf 658 Millionen Euro taxiert, davon rund 474 Millionen Euro anteilig für Readcrest, bei Kosten von 514 Millionen Euro bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2031.

Die Marge entsteht durch günstig erworbenes Bauland aus der Insolvenzmasse — zu etwa 300 Euro je Quadratmeter, bereits mit Baugenehmigungen versehen. Ein Gläubigervergleich hat bereits Verzichtserklärungen im Volumen von 16 Millionen Euro erbracht, hinzu kommt eine Forderungsübernahme, die weitere 19,6 Millionen Euro an Verbindlichkeiten für lediglich 825.000 Euro eliminiert.

Offen bleiben allerdings Genehmigungsverfahren bei zwei Projekten, ein noch nicht abgeschlossener Gläubigerprozess sowie der Bedarf an Anschlussfinanzierung, um Altkredite vor Baubeginn abzulösen.

Zwei strukturelle Absicherungen mindern das Risiko: Die Projektschulden sind auf Ebene der einzelnen Gesellschaften isoliert, ein gescheitertes Projekt reißt also nicht die gesamte Holding mit. Zudem finanzieren Vorverkäufe nach dem Prinzip der Bauträgerverordnung den Baufortschritt laufend mit — nur beim Dresden-Projekt, das komplett in einem Stück verkauft wird, bleibt klassische Baufinanzierung nötig.

Seit Juli 2026 rundet die neu hinzugekommene RC Industrie Immobilien SE mit 80-prozentiger Beteiligung das Portfolio als dritte, noch sehr frühe Säule ab. Sie zielt auf kleinere und mittlere Gewerbe- und Logistikimmobilien in Deutschland und verfügt über eine geprüfte Projektpipeline von rund 180.000 Quadratmetern Geschossfläche — bislang allerdings ohne eigene Bestandsobjekte.

Das Kursziel von 2,80 Euro basiert auf einer Summe-der-Einzelteile-Bewertung. Bemerkenswert dabei: Allein das britische Pflegegeschäft rechtfertigt nach Abzug der Nettoverschuldung und eines Holding-Abschlags rund 2,19 Euro je Aktie — gut 50 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Die deutsche Projektpipeline würde demnach nahezu kostenlos im Kurs enthalten sein.

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