Redcare Pharmacy: Aktie fÀllt trotz Kaufempfehlungen
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deBerenberg und Deutsche Bank Research haben ihre Kaufempfehlungen fĂŒr Redcare Pharmacy gestern bestĂ€tigt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein das Umsatzwachstum: Berenberg sieht die Online-Apotheke auf dem Weg zu dauerhafter ProfitabilitĂ€t. Die positiven EinschĂ€tzungen stehen im Kontrast zur Börsenreaktion. Anleger trennten sich nach den zuvor veröffentlichten Quartalszahlen von der Aktie.
Kaufempfehlungen trotz Verkaufsdruck
Berenberg-Analyst Gerhard Orgonas hÀlt an seinem Kursziel von 102 Euro fest. Nach seiner EinschÀtzung verdient Redcare angesichts der Fortschritte bei der ProfitabilitÀt weitere Kursanstiege. Deutsche-Bank-Analyst Jan Koch bezeichnete die Ergebnisse als stark und bestÀtigte sein unverÀndertes Kursziel von 104 Euro.
Damit sehen beide HÀuser die operative Entwicklung weiterhin positiv. Ihre Reaktionen enthalten allerdings weder eine neue Kaufempfehlung noch eine höhere Zielmarke. Sie bekrÀftigen vielmehr ihre bisherige EinschÀtzung nach dem Quartalsbericht. Das unterscheidet die Aussagen von einer Neubewertung des Unternehmens.
Am Markt setzten sich gestern dennoch die VerkĂ€ufer durch: Die TagesverĂ€nderung betrug -6,2%. Die bestĂ€tigten Kaufempfehlungen verhinderten den RĂŒckgang somit nicht.
FĂŒr Anleger sind damit zwei Ebenen auseinanderzuhalten. Die Analysten bewerten die geschĂ€ftlichen Fortschritte positiv. Der KursrĂŒckgang zeigt dagegen, dass diese Fortschritte nach Veröffentlichung des Berichts nicht fĂŒr zusĂ€tzliche Nachfrage nach der Aktie ausreichten. Einen gesicherten einzelnen Auslöser fĂŒr die VerkĂ€ufe liefern die Analystenaussagen nicht.
Die Marge stĂŒtzt die positive EinschĂ€tzung
Den wirtschaftlichen Hintergrund liefert die Ergebnisentwicklung. Im dritten Quartal 2026 stieg das bereinigte EBITDA um 67,8% auf 28,7 Millionen Euro.
Damit wuchs das bereinigte operative Ergebnis stĂ€rker als der Umsatz. FĂŒr die von Berenberg hervorgehobene Perspektive dauerhafter ProfitabilitĂ€t ist diese Entwicklung besonders relevant: Wachstum allein beantwortet noch nicht die Frage, wie viel davon im Ergebnis ankommt.
Die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich auf 3,4% nach 2,4% im Vorjahresquartal. Redcare erzielte damit nicht nur ein höheres Ergebnis, sondern verbesserte auch dessen VerhÀltnis zum Umsatz.
Die Umsatzseite stĂŒtzt dieses Bild. Der Erlös stieg um 18% auf 847 Millionen Euro und ĂŒbertraf die Markterwartung von 838,7 Millionen Euro.
Redcare bestĂ€tigte zugleich die Jahresziele. Die optimistischen Analystenurteile beruhen somit auf einer verbesserten Ertragsentwicklung, nicht auf einer erneuten Anhebung des Ausblicks. FĂŒr die Einordnung der Aktie bleibt dieser Unterschied entscheidend: Der Quartalsbericht belegt operative Fortschritte. Berenbergs Aussage zur dauerhaften ProfitabilitĂ€t beschreibt dagegen weiterhin eine Perspektive, keine bereits gesicherte Entwicklung.
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