Remy Cointreau Aktie: Asien rettet das Halbjahr
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deCognac lĂ€uft, Liköre hinken hinterher: Remy Cointreau hat im zweiten GeschĂ€ftsquartal die Erwartungen ĂŒbertroffen, und die Zahlen zeigen eine klare Zweiteilung im Konzern. Getragen wird die Entwicklung von China und dem ĂŒbrigen Asien.
Cognac treibt das Wachstum
Der Umsatz stieg im Quartal von Juli bis September organisch um 4,2 Prozent auf 287,7 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 3,6 Prozent gerechnet. FĂŒr das gesamte Halbjahr meldet der Konzern 510,9 Millionen Euro, organisch ein Plus von 2,9 Prozent.
Die Cognac-Sparte legte im zweiten Quartal organisch um 12,4 Prozent zu, erwartet worden waren knapp 9 Prozent. Ausschlaggebend waren vorgezogene Lieferungen nach China vor dem Mittherbstfest sowie anhaltend starke Nachfrage im ĂŒbrigen Asien. Die Region Asien-Pazifik wuchs im Halbjahr um 14,3 Prozent. In den USA dagegen sank der Cognac-Umsatz, was das Unternehmen mit einer hohen Vergleichsbasis und Lagerabbau nach Ănderungen im Vertrieb erklĂ€rt.
Liköre bleiben schwach
Die Sparte Liqueurs & Spirits mit Cointreau, The Botanist und Mount Gay verlor im Quartal organisch 7,4 Prozent. Analysten hatten mit einem Minus von 4,7 Prozent gerechnet. Auch hier belastet der Lagerabbau in den USA. Der Abverkauf an Endkunden wÀchst laut Unternehmen allerdings weiter robust, die Delle wÀre damit eher ein Vertriebseffekt als ein Nachfrageproblem. In Europa dÀmpfen Rabattaktionen und verhaltene Konsumlaune.
Das GeschÀft mit Partnermarken schrumpfte erheblich, weil der Vertrieb in den Benelux-LÀndern seit April entfÀllt. Das Volumen ist ohnehin klein.
Zölle entlasten, Ziele bleiben
Die Belastung durch Zölle fĂ€llt deutlich geringer aus als gedacht. Der Konzern rechnet nun mit rund 5 Millionen Euro auf das operative Ergebnis, bisher waren es etwa 20 Millionen. Grund sind niedrigere US-Zölle auf europĂ€ische Importe von 10 statt 15 Prozent sowie RĂŒckerstattungen von 6,4 Millionen Euro. Die gesparten rund 15 Millionen Euro will Remy Cointreau komplett reinvestieren, um Wachstum zu stĂŒtzen.
Das Margenziel bleibt daher unverĂ€ndert: eine leichte organische Verbesserung der operativen Marge. Beim Wechselkurs rechnet das Unternehmen nun mit einem positiven Effekt von etwa 15 Millionen Euro auf den Umsatz, zuvor war ein Minus in gleicher Höhe eingeplant. FĂŒr das Gesamtjahr 2026/27 stellt das Management eine RĂŒckkehr zu nachhaltigem organischem Wachstum in Aussicht, das sich im Jahresverlauf verstĂ€rken soll.
Am 30. September platzierte der Konzern zudem erstmals eine Hybridanleihe ĂŒber 250 Millionen Euro mit einem Kupon von 6,75 Prozent. Sie wird bilanziell vollstĂ€ndig als Eigenkapital verbucht und soll den Schuldenabbau beschleunigen. Die Verschuldung soll zum 31. MĂ€rz 2027 unter dem 3,5-Fachen des EBITDA bleiben.
Am 25. November legt Remy Cointreau die Halbjahreszahlen vor. Dazu gibt es einen Webcast mit mittelfristigen Finanzzielen und Details zum Transformationsplan RC Forward.
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