Renault Aktie: Ghosn schwänzt Prozessauftakt
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Korruptionsprozess gegen Ex-Renault-Chef Carlos Ghosn hat in Paris begonnen — ohne den Hauptangeklagten. Der 72-Jährige, der seit Ende 2019 im Libanon lebt, erschien weder persönlich noch durch einen Anwalt vor Gericht. Das Gericht entschied dennoch, das Verfahren wie geplant fortzusetzen.
Im Zentrum der Anklage steht eine Zahlung von 900.000 Euro, die zwischen 2010 und 2012 von einer niederländischen Tochterfirma der Renault-Nissan-Allianz an die damalige Europaabgeordnete und heutige Mitangeklagte Rachida Dati geflossen sein soll.
Die Ermittler vermuten eine Verbindung zu Lobbytätigkeiten für den Autokonzern im Europaparlament. Ghosn wird Machtmissbrauch und Korruption vorgeworfen, Dati Bestechlichkeit — beiden drohen bis zu zehn Jahre Haft. Beide bestreiten die Vorwürfe.
Ein Verfahren mit langer Vorgeschichte
Ghosn hatte über seine Anwälte eine Vertagung beantragt, da er die Vorladung angeblich nicht fristgerecht erhalten habe. Anwälte von Antikorruptionsverbänden sowie die Staatsanwaltschaft und Dati-Vertreter forderten dagegen, den Prozess auch ohne ihn zu führen — dem folgte das Gericht.
Der einstige Architekt des Bündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi war 2018 in Tokio wegen Verstößen gegen Börsenauflagen festgenommen worden. Nach seiner Freilassung auf Kaution floh er Ende 2019 spektakulär per Privatjet über die Türkei in den Libanon, der seine Staatsbürger nicht ausliefert. Ghosn sieht sich als Opfer einer Kampagne, die eine engere Verzahnung von Renault und Nissan verhindern sollte.
Der Prozess dürfte weitere Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit der Allianz lenken, auch wenn das operative Geschäft von Renault davon unberührt bleibt. Für den Konzern selbst bleibt das Verfahren vor allem ein Blick zurück auf eine Ära, die mit dem heutigen Management nichts mehr zu tun hat.
Renault-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Renault-Analyse vom 16. September liefert die Antwort:
Die neusten Renault-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Renault-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Renault: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
