Revolut Aktie: Doppelnotierung in London und New York geplant
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das britische Fintech Revolut bereitet die Weichen für den Kapitalmarkt vor und fasst ein paralleles Listing in den Vereinigten Staaten sowie in Großbritannien ins Auge. Wie CEO Nik Storonsky in Interviews mit Les Echos und der Financial Times darlegte, prüft das Unternehmen eine Doppelnotierung an der Nasdaq und der London Stock Exchange.
Nach einer internen Transaktion im Juli 2026, die das Finanzinstitut mit rund 115 Milliarden US-Dollar bewertete, peilt das Management für den Börsengang eine Bewertung von bis zu 200 Milliarden US-Dollar an. Mit dem eigentlichen Schritt auf das Parkett rechnet das Haus allerdings nicht vor 2028.
Niedrige Kreditquote und Gebührenfokus
Im Zentrum der unternehmerischen Ausrichtung steht nach Angaben von Storonsky das Prinzip einer Bank mit minimalen Ausfallrisiken. Das Institut wies zuletzt ein Verhältnis von Krediten zu Kundeneinlagen von lediglich 6 Prozent auf.
Auch künftig soll dieser Wert innerhalb einer engen Spanne von 10 bis 20 Prozent gehalten werden, da vergebene Kredite vollständig weiterverkauft oder verbrieft werden. Durch diesen Ansatz beziffert Storonsky die Eigenkapitalrendite nach Abzug des Überschusskapitals auf 40 bis 50 Prozent.
Dieses Geschäftsmodell weicht deutlich von klassischen Universalbanken ab, deren Bilanzen in der Regel stark von zinsabhängigen Krediten geprägt sind.
Revolut stützt sich stattdessen primär auf gebührenbasierte Erträge aus Zahlungsabwicklungen, Abonnements, Devisengeschäften und dem Anlagebereich. Dadurch sinkt die Anfälligkeit für Kreditausfälle in wirtschaftlichen Abschwungphasen, was Investoren vor dem geplanten Gang an die Börse ein berechenbareres Ertragsprofil bieten soll.
Globale Expansion trifft auf Sicherheitsfragen
Parallel zu den Börsenüberlegungen treibt das Institut seine internationale Bankeninfrastruktur voran. Bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA wurde ein Antrag auf eine Vollbanklizenz eingereicht, der mit einer Investitionszusage von mehr als 150 Millionen Schweizer Franken verknüpft ist.
Zuvor hatte das Unternehmen bereits Lizenzen im Vereinigten Königreich und in Frankreich erlangt sowie Anfang September die bedingte Genehmigung für eine US-Bankcharta durch die zuständige Aufsichtsbehörde OCC erhalten. Weltweit zählt Revolut mittlerweile rund 80 Millionen Kunden.
Dennoch sieht sich das rasant wachsende Institut auch mit Risiken abseits der Bilanz konfrontiert. Ein jüngster Cyber-Vorfall betraf schätzungsweise 700 Kunden, deren Daten im Zuge eines zielgerichteten Angriffs kompromittiert wurden, woraufhin die Täter ein Lösegeld von 3 Millionen US-Dollar forderten.
Die Kernsysteme und Kundengelder blieben nach Unternehmensangaben unberührt, doch unterstreicht das Ereignis die wachsenden Anforderungen an IT-Sicherheit und Risikokontrolle, während die Vorbereitungen auf das milliardenschwere Börsendebüt anlaufen.
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