Rheinmetall Aktie: 250 Millionen fĂŒr MilitĂ€rlager Litauen
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall meldet heute den Erhalt eines ersten Abrufs der Bundeswehr aus dem Rahmenvertrag âG-CAP II SUâ. Das Beschaffungsamt BAIUDBw beauftragt den Konzern mit Bau und Betrieb eines modularen MilitĂ€rlagers in Litauen. FĂŒr die Errichtung flieĂen 250 Millionen Euro, fĂŒr den laufenden Betrieb kommen jĂ€hrlich weitere 40 Millionen Euro hinzu.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Bundeswehr-Beschaffungen ein, die den RĂŒstungskonzern zuletzt erreicht haben. Erst vor wenigen Tagen hatte die Tochtergesellschaft Rheinmetall Project Solutions einen Auftrag ĂŒber mehr als 500 Millionen Euro fĂŒr 149 mobile Rettungsstationen erhalten.
Das Litauen-GeschÀft unterstreicht, dass sich Rheinmetall neben klassischen Waffensystemen zunehmend als Infrastruktur- und Logistikpartner der StreitkrÀfte positioniert.
Schutzplatten-Kritik belastet den Sektor
Parallel zur positiven Auftragsmeldung kursieren Medienberichte ĂŒber angebliche QualitĂ€tsmĂ€ngel bei Schutzplatten des Konzerns. Die Berichterstattung belastet nicht nur Rheinmetall selbst, sondern drĂŒckt auch auf die Kurse von Sektorwerten wie Hensoldt und Renk.
Berlin hatte bereits vor rund einem Monat die Nutzung bestimmter Schutzplatten untersagt, seither hat die Aktie rund 3,1 Prozent verloren. Die neuen Spekulationen fallen in eine Phase, in der Anleger ohnehin genau auf die operative VerlÀsslichkeit des Konzerns schauen.
Der Kurs notiert aktuell bei 1.117,00 Euro und gibt am heutigen Handelstag 0,8 Prozent ab. Auf Wochensicht steht ein Minus von 7,8 Prozent, wÀhrend sich die Aktie auf Monatssicht mit einem Plus von 5,4 Prozent noch vergleichsweise robust zeigt.
Der groĂe KursrĂŒckgang seit Jahresbeginn von 28 Prozent zeigt jedoch, wie stark die Bewertung im laufenden Jahr unter Druck geraten ist â der Titel liegt inzwischen 44 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro vom 3. Oktober 2025.
Analysten uneins ĂŒber die Bewertung
Die EinschĂ€tzungen der Analysten zu Rheinmetall fallen derzeit sehr unterschiedlich aus. RBC Capital Markets nahm die Coverage am 11. August mit âOutperformâ und einem Kursziel von 1.600 Euro neu auf; Analyst Colin Moody erwartet bis 2030 ein jĂ€hrliches EBITA-Wachstum von 35 Prozent.
Goldman Sachs bestĂ€tigte am 15. August die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2.300 Euro und verwies auf starke Ergebnisse im zweiten Quartal. JPMorgan-Analyst David Perry blieb dagegen bei âNeutralâ und einem Kursziel von 1.350 Euro, da er Unsicherheiten bei den Umsatzprognosen fĂŒr die Jahre 2027 bis 2030 sieht.
Die Kursspanne der Kursziele â von 1.350 bis 2.300 Euro â spiegelt die Unsicherheit wider, die den Titel seit dem Verlust des Marineauftrags fĂŒr das Fregattenprojekt F126 begleitet. Konzernchef Armin Papperger hatte sich darĂŒber âsehr unzufriedenâ gezeigt.
Die Quartalszahlen zum zweiten Quartal, veröffentlicht vor gut drei Wochen, zeigten trotz eines Umsatzanstiegs von 35,35 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro einen RĂŒckgang des Ergebnisses je Aktie von 2,90 auf 2,66 Euro â die Aktie hat seither 2,9 Prozent verloren.
Die nĂ€chste Quartalsmitteilung ist fĂŒr den 5. November angesetzt und dĂŒrfte zeigen, ob die neuen AuftrĂ€ge aus Litauen und dem Rettungsstationen-GeschĂ€ft die durch den F126-Ausfall gedĂ€mpfte Jahresprognose stĂŒtzen können.
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