Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: RBC startet mit 35-Prozent-Wachstumsprognose

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RBC nimmt Rheinmetall mit Kaufempfehlung auf. Trotz gesenkter Prognose und starkem Cashflow-Abfluss bleibt die langfristige Wachstumsstory intakt.

RBC startet Rheinmetall-Coverage mit Outperform und 1.600 Euro Kursziel
Abstrakte Darstellung moderner Industrieproduktion und wirtschaftlichen Wachstums in einer professionellen Kulisse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

RBC Capital Markets nimmt die Beobachtung von Rheinmetall heute neu auf – mit einem "Outperform"-Rating und einem Kursziel von 1.600 Euro. Analyst Colin Moody rechnet mit einem jährlichen Ergebniswachstum auf EBITA-Basis von 35 Prozent bis zum Jahr 2030. Die Einschätzung reiht sich in eine Serie überwiegend positiver Analystenkommentare der vergangenen Tage ein, die trotz einer jüngst gesenkten Umsatzprognose an der langfristigen Wachstumsstory festhalten.

Rekordauftragsbestand trifft auf gesenkte Umsatzprognose

Auslöser der aktuellen Analystenrunde sind die am Donnerstag vorgelegten Halbjahreszahlen. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 39 Prozent auf 5,227 Milliarden Euro, nach 3,749 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis kletterte um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro, die operative Marge verbesserte sich auf 15,0 Prozent.

Zugleich senkte Rheinmetall die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, nach zuvor 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro. Als Grund nannte der Konzern den Wegfall von Erlösen aus dem gestrichenen F126-Fregattenprogramm.

Auffällig ist der operative Free Cashflow, der im ersten Halbjahr auf minus 1,616 Milliarden Euro fiel, nach minus 631 Millionen Euro im Vorjahr. Rheinmetall begründet den Mittelabfluss mit dem Aufbau von Vorräten für Kapazitätserweiterungen sowie zeitlichen Verschiebungen bei Kundenanzahlungen.

Auf der anderen Seite erreichte der Auftragsbestand zum 30. Juni einen neuen Rekordwert von 80,47 Milliarden Euro, gegenüber 55,97 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Anteil fest zugesagter Aufträge stieg dabei auf 70 Prozent – ein Signal, das die Planungssicherheit für die kommenden Jahre stärkt.

Analysten bleiben trotz gemischter Signale mehrheitlich positiv

Unmittelbar nach den Zahlen am Donnerstag bestätigte Jefferies das "Buy"-Rating, während JP Morgan bei "Neutral" blieb – ein Hinweis darauf, dass der Cashflow-Abfluss nicht bei allen Häusern gleich bewertet wird.

Warburg Research bekräftigte am Montag nach Durchsicht der endgültigen Halbjahreszahlen die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 1.500 Euro und verwies auf die positive Dynamik im Rüstungs- und Automotive-Segment.

Bereits am Freitag hatte die Deutsche Bank ihr "Buy"-Rating mit einem Kursziel von 1.800 Euro bestätigt und das fundamentale Risikoprofil trotz der Prognoseanpassung als weiterhin attraktiv eingestuft. Mit dem heutigen Neustart der Coverage durch RBC bei 1.600 Euro liegt die Bandbreite der jüngsten Kursziele damit zwischen 1.500 und 1.800 Euro.

Neue Aufträge stützen die langfristige Perspektive

Parallel zur Zahlenvorlage vermeldete Rheinmetall mehrere neue Geschäfte. Am Freitag kündigte Vorstandschef Armin Papperger gemeinsam mit Lockheed Martin den Start der gemeinsamen Produktion von ATACMS-Raketen im Werk Unterlüß an. Erste Erlöse werden laut Reuters ab 2028 erwartet, das Joint Venture zielt auf eine Nachfrage von mindestens 15 Jahren ab.

Zudem erklärte Papperger gegenüber Reuters, dass die Unterzeichnung eines Vertrags zur Lieferung von Boxer-Radpanzern an die Bundeswehr bis Jahresende erwartet werde – der Rheinmetall-Anteil am Gesamtauftragswert soll bei rund 12,4 Milliarden Euro liegen.

Weitere Aufträge kamen zuletzt von der Deutschen Marine, die Rheinmetall mit der technischen Modernisierung der Fregatte "Bayern" beauftragte, um deren Betrieb bis mindestens 2035 zu sichern. In den USA erhielt die Tochtergesellschaft American Rheinmetall zudem einen 18-monatigen Entwicklungsauftrag der US Army für autonome, hybridbetriebene unbemannte Bodenfahrzeuge.

Kursbild bleibt von starker Volatilität geprägt

Die Aktie notiert aktuell bei 1.143,00 Euro und damit 43,05 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das am 3. Oktober 2025 erreicht wurde. Vom Tief der vergangenen Wochen hat sich das Papier bereits deutlich erholt: Innerhalb von 30 Tagen legte der Kurs um 15,86 Prozent zu.

Die Diskrepanz zwischen Rekord-Auftragsbestand und deutlichem Kursabschlag gegenüber dem Jahreshoch spiegelt die Unsicherheit der Anleger über den negativen Cashflow und die gesenkte Umsatzprognose wider – Faktoren, die selbst optimistische Analysten wie RBC nicht vollständig ausblenden, auch wenn sie an der langfristigen Ergebnisdynamik festhalten.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | DE0007030009 | RHEINMETALL | boerse | 69937897 |