Rheinmetall Aktie: Wolfram-Exportstopp ab 27. August
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 21:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall gehört am Donnerstag zu den schwĂ€chsten Werten im DAX. Die Aktie fĂ€llt um 2,0 Prozent auf 1.156,80 Euro. Zwei Themen drĂŒcken auf die Stimmung: eine Analystenwarnung vor zu optimistischen Erwartungen fĂŒr 2028 und ein drohender Rohstoff-Engpass in den USA.
Analysten sehen LĂŒcke zum Konsens
Das Analysehaus mwb research warnt in einer aktuellen Studie vor einer möglichen âConsensus Gap" fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2028. Der Auftragsbestand von rund 80,5 Milliarden Euro zum Ende Juni 2026 ist beeindruckend. Das Problem liegt laut den Analysten woanders.
Es geht nicht um fehlende Nachfrage. Es geht um den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung. Komplexe Produktionszyklen und die AbhĂ€ngigkeit von staatlichen Abrufen könnten Erlöse spĂ€ter in die BĂŒcher bringen, als der Markt erwartet.
Diese Warnung trifft einen ohnehin sensiblen Markt. Die Bundesregierung hatte das Fregattenprogramm F126 storniert. Seitdem reagieren Anleger empfindlich auf jede neue PrognoseÀnderung.
Wolfram-Exportstopp trifft Munitionsproduktion
Zur Unsicherheit bei den Umsatzerwartungen kommt ein neues Lieferkettenrisiko hinzu. Medienberichten zufolge wollen die USA ab dem 27. August 2026 den Export von wolframhaltigem Schrott blockieren. Der Stopp soll zunÀchst ein Jahr gelten.
Wolfram ist fĂŒr Rheinmetall unverzichtbar. Der Konzern braucht den Rohstoff fĂŒr Hochleistungsmunition vom Typ APFSDS und fĂŒr Panzerungen. Rheinmetall baut seine ProduktionskapazitĂ€ten aktuell massiv aus, um den Bedarf der NATO-Partner und der Ukraine zu decken.
Ein erschwerter Zugang zu Recycling-Material im Westen könnte diesen Ausbau bremsen oder die Kosten erhöhen. Der Konzern wird dadurch stĂ€rker auf verlĂ€ssliche, nicht-chinesische Quellen angewiesen sein. Das erhöht die KomplexitĂ€t im Lieferkettenmanagement spĂŒrbar.
Zahlen wachsen, Prognose schrumpft
Die Kursreaktion folgt auf die Halbjahreszahlen von Anfang August. Rheinmetall steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 562 Millionen Euro.
Trotzdem musste das Management die Jahresprognose senken. Die neue Umsatzspanne liegt bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, 300 Millionen Euro niedriger als zuvor. Der Grund: Das weggefallene Marineprojekt F126 lÀsst sich kurzfristig nicht vollstÀndig durch andere Segmente ausgleichen.
Die Aktie notiert derzeit rund 19 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 1.432,29 Euro. Das zeigt, wie stark sich die Stimmung seit den HöchststĂ€nden des Vorjahres eingetrĂŒbt hat.
Am 27. August steht der âExpert Day" der DZ Bank an. Der Markt erhofft sich dort neue Details zur langfristigen ProfitabilitĂ€tsstrategie jenseits des MarinegeschĂ€fts.
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