Rheinmetall: DĂ€nemark-Auftrag und neue Drohnenplattform
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 04:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall hat am Freitag mehrere Nachrichten veröffentlicht. Der RĂŒstungskonzern meldete einen neuen Auftrag aus DĂ€nemark und stellte ein neuartiges Drohnensystem vor. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.207,00 Euro und legte auf Tagessicht um 2,7 Prozent zu.
DĂ€nemark bestellt TĂ€uschkörpersysteme fĂŒr die Marine
Die dĂ€nischen StreitkrĂ€fte haben bei Rheinmetall das TĂ€uschkörpersystem MASS (Multi Ammunition Softkill System) bestellt, der Auftragswert liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Bestellung umfasst AusrĂŒstung fĂŒr Fregatten der Absalon- und der Iver-Huitfeldt-Klasse sowie fĂŒr eine Waffenschule.
Geliefert wird ab dem vierten Quartal 2027, verbucht wurde der Auftrag bereits im zweiten Quartal 2026. ZusĂ€tzlich vereinbarten beide Seiten einen Liefervertrag fĂŒr Omnitrap-ER-TĂ€uschkörper sowie einen Versorgungsauftrag mit einer Laufzeit von bis zu 21 Jahren.
MASS schĂŒtzt nach Unternehmensangaben inzwischen Schiffe von 18 Nationen und ist auf mehr als 400 Werfern weltweit im Einsatz.
Der RĂŒstungssektor insgesamt zeigte sich am Freitag freundlich: Neben Rheinmetall legten auch TKMS und weitere Branchenwerte um 2 bis 5 Prozent zu. Der DAX nĂ€herte sich mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 26.513 Punkte wieder seinem Rekordstand, wobei Rheinmetall mit einem Tagesgewinn von 3,4 Prozent zu den Treibern zĂ€hlte.
Neue Loitering Munition und weitere RĂŒstungsprojekte
Parallel zum Auftragsgeschehen demonstrierte Rheinmetall im Testzentrum Cochstedt im Juli die neue Loitering Munition FV-014 â auch beim Start von einem fahrenden Lastwagen. Das System wird aus einem 20-FuĂ-ISO-Container abgefeuert, der bis zu 18 Flugkörper aufnehmen kann.
Die FV-014 erreicht eine Reichweite von 100 Kilometern bei einer Flugzeit von 70 Minuten, wiegt beim Start rund 22 Kilogramm und trÀgt eine Nutzlast von knapp 6 Kilogramm. Der Gefechtskopf vom Typ HEDP durchschlÀgt nach Unternehmensangaben mehr als 600 Millimeter Panzerstahl. Die Steuerung erfolgt autonom und GNSS-resistent, bleibt aber unter menschlicher Kontrolle.
Rheinmetall treibt zudem seine internationale Positionierung voran: Der Konzern grĂŒndete gemeinsam mit dem Unternehmen Destinus ein Joint Venture fĂŒr Raketen- und Marschflugkörpersysteme.
In GroĂbritannien entsteht ein neues Kompetenzzentrum fĂŒr autonome Systeme, das auf kanadischer PATH-Technologie basiert, die bereits auf mehr als 40 Fahrzeugen erprobt wurde. Auch beim US-Heer ist Rheinmetall ĂŒber die Tochter American Rheinmetall an einem Programm fĂŒr autonome Logistikfahrzeuge beteiligt, fĂŒr das sechs Hersteller ausgewĂ€hlt wurden.
Ausblick fĂŒr Anleger
Der jĂŒngste Halbjahresbericht vom vergangenen Donnerstag hatte fĂŒr RĂŒckenwind gesorgt, seither steht die Aktie rund 2,7 Prozent höher.
Der DÀnemark-Auftrag und die PrÀsentation der neuen Drohnentechnologie sind weitere Ereignisse. Mit einem Abstand von 34 Prozent zum 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro hat sich der Kurs erholt, bleibt aber 40 Prozent unter dem Rekordhoch von 2.007,00 Euro vom 3. Oktober 2025.
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