Rheinmetall erhält Auftrag über 149 mobile Rettungsstationen
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 10:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall hat vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Auftrag über 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen erhalten. Der Bruttowert liegt bei über 500 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Es handelt sich um den bislang größten Einzelauftrag für die Tochtergesellschaft Rheinmetall Project Solutions GmbH, die geschützte und ungeschützte Systeme liefert.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie militärischer Beschaffungen ein, die Rheinmetall zuletzt erreicht haben. Erst am Freitag hatten die dänischen Streitkräfte das Unternehmen mit der Lieferung des Täuschkörpersystems MASS für Fregatten der Absalon- und Iver-Huitfeldt-Klasse beauftragt.
Der Auftragswert liegt im zweistelligen Millionenbereich, die Auslieferung soll ab dem vierten Quartal 2027 erfolgen. Ebenfalls am Freitag kündigte Rheinmetall die Gründung eines "Autonomous Systems Centre of Excellence" in Großbritannien an, um die Zusammenarbeit mit Kanada im Bereich autonomer Systeme zu vertiefen.
Wachsende Nähe zwischen Rüstungsgeschäft und Krisenvorsorge
Der Rettungsstationen-Auftrag zeigt, wie breit sich das Geschäft von Rheinmetall inzwischen aufstellt: Neben klassischer Wehrtechnik gewinnen zivil-militärische Infrastrukturprojekte an Gewicht. Mit dem Rekordauftrag für Project Solutions dürfte die Sparte weiter an Bedeutung im Konzernportfolio gewinnen.
Die neuen Aufträge treffen auf ein Umfeld, in dem der Konzern zuletzt selbst Erwartungen dämpfen musste. Vergangenen Donnerstag hatte Rheinmetall die Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 300 Millionen Euro auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt und das Ziel für den Auftragsbestand von 135 Milliarden auf 100 bis 120 Milliarden Euro reduziert.
Ausschlaggebend war unter anderem der Verlust des Fregattenprojekts F126 an den Wettbewerber TKMS. Seither hat sich die Aktie um 4,0 Prozent erholt – die neuen Aufträge dürften diese Stabilisierung stützen, auch wenn sie das Gesamtvolumen der gesenkten Jahresziele nur graduell beeinflussen.
Kursziele von Analysten bleiben klar über dem aktuellen Niveau
Am heutigen Dienstag notiert die Rheinmetall-Aktie vorbörslich bei 1.220,40 Euro und damit knapp über dem 100-Tage-Durchschnitt von 1.215,86 Euro – ein Signal, dass die jüngste Erholung noch nicht in eine breitere Schwächephase umgeschlagen ist.
Der Analyst Colin Moody von RBC nahm die Coverage der Aktie am Donnerstag mit der Einstufung "Outperform" und einem Kursziel von 1.600 Euro neu auf. Die Analystin Chloe Lemarie von Jefferies bestätigte am selben Tag ihre "Buy"-Einstufung mit einem Kursziel von 1.350 Euro.
Beide Einschätzungen liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau und signalisieren, dass die jüngste Auftragsflut aus Sicht der Analysten das Vertrauen in die langfristige Wachstumsstory stützt, trotz der jüngst gesenkten Jahresprognose.
Ob sich diese Zuversicht in den kommenden Wochen bestätigt, dürfte sich auch bei mehreren Investorenkonferenzen zeigen, an denen Rheinmetall im September teilnehmen wird – darunter Termine von Berenberg in Stockholm, Morgan Stanley und Bernstein in London sowie Jefferies in New York. Zuvor steht am 26. August der DZ Bank Expert Day in Bremen an.
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