Rheinmetall erhält Auftrag über 500 Millionen Euro für Rettungsstationen
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 15:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundeswehr hat Rheinmetall am heutigen Montag einen Auftrag über mehr als 500 Millionen Euro erteilt. Geliefert werden 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen, die Produktion soll im ersten Quartal 2027 anlaufen. Es ist der bislang größte Einzelauftrag für die Tochtergesellschaft Rheinmetall Project Solutions.
Der Auftrag wurde bereits im Juli gebucht und erhöht die Gesamtzahl bestellter Systeme auf 165. Der Gesamtwert dieser Rettungsstationen liegt damit brutto bei über 600 Millionen Euro. Die Fahrzeuge kommen sowohl in geschützter als auch in ungeschützter Ausführung zum Einsatz und sollen die sanitätsdienstliche Versorgung der Bundeswehr verstärken. Die Aktie reagierte am Montag mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 1.216,00 Euro.
Weitere Aufträge aus Skandinavien
Parallel zum Bundeswehr-Geschäft meldete Rheinmetall am selben Tag einen Auftrag aus Dänemark. Die dänische Marine bestellt MASS-Täuschkörperwerfer für ihre Fregatten, der Vertragswert liegt im zweistelligen Millionenbereich, die Lieferung ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen.
Der Vertrag läuft über bis zu 21 Jahre. Dänemark wird damit die 18. Nation, die auf das MASS-System setzt, das sich zunehmend als Standard in skandinavischen Marinen etabliert.
Beide Aufträge fügen sich in ein Muster kontinuierlicher Bestellungen europäischer Streitkräfte bei Rheinmetall ein. Bereits im Dezember hatte die deutsche Regierung 200 Puma-Schützenpanzer für 4,2 Milliarden Euro bei Rheinmetall und KNDS bestellt, mit ersten Lieferungen ab Mitte 2028 im Rahmen eines erweiterten Vertrags von 2023.
Charttechnische Marke im Fokus
Nach dem jüngsten Kursanstieg der vergangenen Woche testet die Aktie erneut ihre 100-Tage-Linie, die bei 1.217,92 Euro verläuft und damit nur knapp über dem aktuellen Kursniveau liegt. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 Euro würde nach charttechnischer Lesart weitere Aufwärtsziele eröffnen, während ein Rückfall Risiken bis in Richtung 946,60 Euro bergen könnte.
Der breitere strukturelle Hintergrund bleibt für Rheinmetall günstig: Deutschland hat seine Verteidigungsausgaben auf über 60 Milliarden Euro für 2025 angehoben, für 2026 werden fast 70 Milliarden Euro erwartet.
Rheinmetall selbst hatte bereits im vergangenen Jahr deutsche Stahlhersteller aufgefordert, ihre Militärstahl-Produktion zu erhöhen, da sich der Bedarf binnen zwei Jahren verdoppelt habe. Diese Rahmenbedingungen dürften die Auftragspipeline des Konzerns auch über die aktuellen Bestellungen hinaus stützen.
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