Rigetti, Aktie

Rigetti Aktie: 108-Qubits-Auftrag aus Indien

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rigetti verzeichnet dank staatlicher Aufträge ein Umsatzplus von 185 Prozent. Analysten sehen trotz hoher Verluste Potenzial in der Quantentechnologie.

Rigetti-Aktie: Umsatzsprung um 185 Prozent und 100-Millionen-Förderung
Abstrakte Darstellung eines Quantencomputers in einem modernen Labor mit futuristischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Quantencomputer-Unternehmen Rigetti hat seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei ein signifikantes Umsatzwachstum verzeichnet. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 185 Prozent auf 5,14 Millionen US-Dollar. Neben den rein finanziellen Kennzahlen steht vor allem eine neue Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium im Fokus, die dem Unternehmen über den CHIPS Act staatliche Unterstützung in Höhe von bis zu 100 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von drei Jahren in Aussicht stellt.

Staatliche Förderung und technologische Fortschritte

Die Kooperation mit staatlichen Stellen und Forschungseinrichtungen erweist sich als wesentlicher Treiber für die aktuelle Entwicklung. Neben der geplanten Förderung durch den CHIPS Act konnte das Unternehmen eine Partnerschaft mit HPE und dem Pittsburgh Supercomputing Center vertiefen. Im Rahmen dieses Projekts wurde ein Novera-System mit 9 Qubits implementiert, das durch die National Science Foundation finanziert wird.

Zudem sicherte sich das Unternehmen einen bedeutenden Auftrag aus Indien. Das Centre for Development of Advanced Computing (C-DAC) hat ein System mit 108 Qubits bestellt. Dieser Auftrag hat ein Volumen von 8,4 Millionen US-Dollar und soll im vierten Quartal des laufenden Jahres realisiert werden. Trotz dieser operativen Erfolge bleibt die finanzielle Belastung hoch. Rigetti meldete für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 52,61 Millionen US-Dollar, während die Barreserven zum Quartalsende mit 541,3 Millionen US-Dollar angegeben wurden.

Herausforderungen bei der Skalierung und Insidergeschäfte

Medienberichten zufolge gibt es trotz des starken Wachstums kritische Stimmen zur langfristigen Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Während die Bruttomarge im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 43 Prozent gesteigert werden konnte, weisen Analysten darauf hin, dass die operative Kostenstruktur weiterhin eine Herausforderung darstellt. Ein weiterer Aspekt, der bei Investoren für Aufmerksamkeit sorgt, sind umfangreiche Aktienverkäufe durch das Management in den vergangenen sechs Monaten.

So veräußerte der CTO David Rivas insgesamt 518.087 Aktien, was einem Gegenwert von etwa 13,1 Millionen US-Dollar entspricht. Auch CEO Subodh Kulkarni trennte sich von 104.190 Anteilen für rund 2,6 Millionen US-Dollar. Solche Insiderverkäufe werden am Markt oft genau beobachtet, da sie Rückschlüsse auf die interne Einschätzung der kurzfristigen Kursentwicklung zulassen könnten. Dennoch gelang es dem Unternehmen, mit dem aktuellen Quartalsumsatz die Konsensschätzungen der Analysten von 5,09 Millionen US-Dollar leicht zu übertreffen.

Analysten bleiben trotz Kursrallye gespalten

Die Reaktionen der Analysehäuser auf die jüngsten Zahlen fielen unterschiedlich aus. Die Experten von Mizuho senkten ihr Kursziel leicht auf 27 US-Dollar, während Rosenblatt mit einem Ziel von 40 US-Dollar deutlich optimistischer bleibt. Benchmark ordnet die Aktie mit einem Kursziel von 25 US-Dollar ein. Insgesamt ergibt sich daraus ein eher moderates Kaufvotum im Marktkonsens, da das Potenzial der Quantentechnologie zwar anerkannt wird, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit jedoch noch unter Beweis gestellt werden muss.

Am Aktienmarkt sorgten die Nachrichten am Freitag für eine positive Stimmung. Das Papier schloss bei 15,51 Euro, was einem Tagesgewinn von 7,87 Prozent entspricht. Trotz dieser jüngsten Erholung weist die Bilanz seit Jahresbeginn weiterhin ein Minus von 19,23 Prozent auf. Die Anleger honorieren zwar die staatliche Unterstützung und die erreichten technologischen Meilensteine, bleiben aber angesichts der hohen Verluste und der Verwässerung durch eine gestiegene Anzahl ausstehender Aktien vorsichtig.

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