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Riot Platforms: 457 Millionen jährlich von Anthropic

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 11:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Riot Platforms meldet Umsatzplus, aber Nettoverlust im Q2. Ein 9,1-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Anthropic untermauert den Wandel zum KI-Infrastruktur-Anbieter.

Riot Platforms: Milliarden-Deal mit Anthropic treibt KI-Infrastruktur-Strategie voran
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für digitale Infrastruktur und Hochleistungsrechnen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Riot Platforms vollzieht eine tiefgreifende strategische Transformation vom reinen Bitcoin-Miner zum Anbieter großskaliger KI-Infrastruktur. Das Unternehmen schloss das zweite Quartal 2026 mit einem Umsatzplus von 14 Prozent auf 174,2 Millionen US-Dollar ab.

Während das Kerngeschäft mit Kryptowährungen durch gestiegene Produktionskosten unter Druck steht, signalisieren ein neuer 9,1 Milliarden US-Dollar schwerer Vertrag mit dem KI-Entwickler Anthropic und eine frische Großfinanzierung den Aufbruch in neue Geschäftsfelder.

Langfristige Partnerschaft mit Anthropic

Der wesentliche Wachstumstreiber ist ein neu abgeschlossener Leasingvertrag mit Anthropic über eine Laufzeit von 20 Jahren. Das Abkommen umfasst eine Kapazität von 191 Megawatt am Standort Rockdale in Texas.

Medienberichten zufolge wird aus dieser Kooperation ein Gesamterlös von etwa 9,1 Milliarden US-Dollar erwartet, was einem jährlichen Umsatzbeitrag von rund 457 Millionen US-Dollar entspricht. Parallel dazu erweitert Riot die Zusammenarbeit mit AMD auf eine Kapazität von 50 Megawatt.

Zusammen mit weiteren Projekten visiert das Unternehmen im Bereich Datencenter eine Gesamtkapazität von 241 Megawatt an, die jährlich rund 520 Millionen US-Dollar einbringen soll.

Zur Finanzierung dieser Expansion hat sich die Tochtergesellschaft Riot DC Logistics am Montag eine Interim-Kreditlinie über 573 Millionen US-Dollar gesichert, die von Morgan Stanley bereitgestellt wird. Langfristig plant das Management eine Finanzierung im Umfang von bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar, um den Ausbau der Standorte voranzutreiben.

Quartalszahlen von Abschreibungen belastet

Trotz des Umsatzwachstums wies Riot Platforms für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 237,2 Millionen US-Dollar aus. Dieser Fehlbetrag ist primär auf nicht zahlungswirksame Posten zurückzuführen: Darunter fallen Abschreibungen in Höhe von 98 Millionen US-Dollar, Wertminderungen von 28 Millionen US-Dollar sowie Mark-to-Market-Verluste von 75 Millionen US-Dollar.

Ohne diese Sondereffekte zeigt sich eine stabilere operative Basis, gestützt durch die steigenden Erlöse im Datencenter-Segment, die zuletzt 23,2 Millionen US-Dollar beisteuerten.

Die Liquiditätssituation bleibt mit über 1,2 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln zum Ende des Quartals robust. Dies ermöglicht dem Unternehmen, den kapitalintensiven Umbau der Infrastruktur ohne unmittelbare finanzielle Engpässe fortzuführen. Die strategische Ausrichtung zielt darauf ab, die Volatilität des Kryptomarktes durch kalkulierbare, langfristige Cashflows aus dem Bereich High-Performance-Computing auszugleichen.

Bitcoin-Produktion und Bestandsmanagement

Im klassischen Mining-Geschäft konnte Riot die Produktion im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 1.587 Bitcoin steigern. Dennoch sank der Mining-Umsatz um 19 Prozent auf 113,7 Millionen US-Dollar. Besonders belastend wirkten sich die gestiegenen Produktionskosten aus, die im zweiten Quartal auf 90.631 US-Dollar pro Bitcoin kletterten. Damit lagen die Kosten deutlich über dem durchschnittlichen Marktwert der produzierten Einheiten.

Um die laufende Expansion zu finanzieren, verkaufte das Unternehmen im zweiten Quartal rund 4.300 Bitcoin aus seinen Beständen. Ende Juni verfügte Riot Platforms noch über eine Treasury von 11.380 Bitcoin, die zu diesem Zeitpunkt einen Marktwert von etwa 666 Millionen US-Dollar repräsentierten. Ein erheblicher Teil dieser Bestände, rund 5.821 Bitcoin, dient aktuell als Sicherheit für bestehende Verpflichtungen.

Analysten sehen massives Aufwärtspotenzial

Die Analysten reagieren überwiegend positiv auf die Transformation zum KI-Infrastruktur-Provider. Das Analysehaus H.C. Wainwright bekräftigte sein Kursziel von 40 US-Dollar, während die Experten der Citi ein Ziel von 32 US-Dollar ausgeben. Die Zuversicht am Markt speist sich vor allem aus dem enormen Auftragsvolumen durch Anthropic, das als einer der führenden Akteure im Bereich der künstlichen Intelligenz gilt.

Gestern gab das Papier an der Börse um 1,8 Prozent auf 16,37 Euro nach. Trotz der kurzfristigen Konsolidierung verzeichnet der Wert seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 45 Prozent. Die Aktie notiert damit jedoch weiterhin rund 38 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 26,52 Euro, was den Spielraum für eine mögliche Erholung bei erfolgreicher Umsetzung der KI-Strategie verdeutlicht.

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