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Rivian Aktie: VW erwägt Xpeng-Architektur für Europa

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Volkswagen prüft Xpeng-Technik für Europa, während Rivians Auslieferungen steigen und höhere Autonomieausgaben die Profitabilität belasten.
Abstraktes, hochwertiges Industriedesign eines modernen Elektrofahrzeug-Chassis in einer minimalistischen Studio-Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Volkswagens mögliche Nutzung einer mit Xpeng entwickelten Elektronikarchitektur wirft für Rivian eine strategische Frage auf: Welche Rolle behält die eigene Technologie beim Partner? Laut Reuters unter Berufung auf das Manager Magazin erwägt Volkswagen den Einsatz der China-Architektur auch in Europa. Vor Rivians Quartalsbericht am 29.10.2026 kommt damit ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor hinzu.

Volkswagen erwägt breiteren Xpeng-Einsatz

Der gestern veröffentlichte Bericht beschreibt einen möglichen Einsatz bei rund drei Vierteln der nächsten Elektromodelle von Volkswagen, Skoda und Cupra in Europa. Core-Markenchef Thomas Schaefer soll den Vorschlag heute dem Management vorstellen.

Für Rivian ist die Prüfung relevant, weil die Zusammenarbeit mit Volkswagen ausdrücklich auf Software und Elektronikarchitektur ausgerichtet ist. Eine breitere Nutzung der Xpeng-Technologie würde deshalb die Frage nach der künftigen Aufgabenverteilung zwischen den Technologiepartnerschaften verschärfen. Der Bericht beschreibt allerdings einen Vorschlag und keinen beschlossenen Wechsel.

Volkswagen und Rivian gründeten Ende 2024 ein Gemeinschaftsunternehmen mit gleichen Anteilen. Volkswagen erhält dabei Zugang zu Rivians Software und Architektur. Für Rivian sieht die Vereinbarung bis 2027 Investitionen von bis zu 5,8 Milliarden Dollar vor.

Die Partnerschaft verbindet damit Technologieverwertung und Finanzierung. Für Anleger ist entscheidend, welchen Platz Rivians Architektur in Volkswagens Modellplanung erhält. Die mögliche europäische Nutzung der Xpeng-Lösung macht diese Einordnung wichtiger, ohne für sich genommen eine Änderung der bestehenden Vereinbarung zu belegen.

Quartalsbericht muss operative Fortschritte zeigen

Parallel steht die wirtschaftliche Entwicklung des Fahrzeuggeschäfts auf dem Prüfstand. Rivian meldete für das dritte Quartal 2026 Rekordauslieferungen von 19.248 Fahrzeugen. Das Jahresziel liegt bei 65.000–70.000 Fahrzeugen.

Die höhere Stückzahl allein beantwortet jedoch nicht die Frage nach der Profitabilität. Kosten des Produktionshochlaufs und Lieferkettenprobleme belasten das Geschäft. Beim anstehenden Ergebnisbericht zählen deshalb neben dem Absatz vor allem die Verluste im Autogeschäft und der Mittelabfluss.

Im zweiten Quartal 2026 betrug der Automotive-Bruttoverlust 36 Millionen Dollar. Das Software- und Servicegeschäft erzielte dagegen einen Bruttogewinn von 215 Millionen Dollar.

Diese unterschiedliche Ertragslage erklärt, warum die Softwarestrategie für Rivian mehr als ein technisches Nebenthema ist. Anleger müssen beurteilen, ob Wachstum und Technologieerlöse die Belastungen des Fahrzeuggeschäfts zunehmend auffangen können.

Autonomie bindet zusätzliche Mittel

Zugleich erhöht Rivian seine Ausgaben für autonomes Fahren. Wie TheStreet berichtet, erwartet das Unternehmen seit März 2026 deshalb für 2027 kein positives bereinigtes EBITDA mehr. Die Finanzchefin beziehungsweise der Finanzchef verwies auf die Beschaffung von Grafikprozessoren als Grund für steigende Forschungsausgaben im zweiten Halbjahr.

Uber hat bis zu 1,25 Milliarden Dollar Finanzierung bis 2031 zugesagt. Der überwiegende Teil hängt allerdings vom Erreichen von Autonomie-Meilensteinen ab.

Für Rivians Anleger greifen damit zwei Prüfsteine ineinander: Der Quartalsbericht muss Fortschritte bei der Wirtschaftlichkeit erkennen lassen. Zugleich braucht die Bewertung des Softwaregeschäfts Klarheit über dessen Rolle bei Volkswagen. Die gemeldeten Rekordauslieferungen sind ein operativer Fortschritt, ersetzen aber weder belastbare Margen noch die Einordnung der Technologiepartnerschaft.

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