Rocket Companies Aktie: Margenrekord trotz Zinshoch
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deRocket Companies liefert im dritten Quartal ab, obwohl die Hypothekenzinsen auf ein Dreijahreshoch geklettert sind. Der Konzern wächst bei Käufen und Refinanzierungen, verdient so viel wie seit fast fünf Jahren nicht mehr pro Umsatzdollar und übertrifft die Erwartungen deutlich. Der Ausblick fürs Schlussquartal fällt dagegen schwächer aus.
Gewinn dreht, Marge steigt
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,15 Dollar, erwartet waren 0,14 Dollar. Der Gesamtumsatz sprang auf 3,28 Milliarden Dollar, nach 1,7 Milliarden im Vorjahresquartal. Unter dem Strich steht ein Nettogewinn von 709 Millionen Dollar, vor einem Jahr war es noch ein Verlust von 124 Millionen.
Der bereinigte Umsatz fiel mit 2,57 Milliarden Dollar kleiner aus, da Bewertungseffekte bei Servicing-Rechten herausgerechnet werden. Das bereinigte EBITDA verdoppelte sich auf 748 Millionen Dollar. Die Marge erreichte 29 Prozent, das vierte Quartal in Folge mit Verbesserung seit der Übernahme von Mr. Cooper.
Konzernchef Varun Krishna fasst es so zusammen: "Rates went up. We took share. Profits grew." Die Wiedergewinnungsquote im früheren Mr.-Cooper-Portfolio liegt bei 60 Prozent. Bis Ende 2027 soll sie auf 65 Prozent steigen.
Redfin und KI als Treiber
Die Immobilienplattform Redfin bringt zunehmend Interessenten ins Rocket-Ökosystem. Klicks auf den Start einer Kaufhypothek stiegen im Jahresvergleich um 50 Prozent, der Beitrag zu Refinanzierungs-Leads verdoppelte sich mehr als.
Parallel dazu setzt Rocket stark auf künstliche Intelligenz: Ein KI-System übernimmt 65 Prozent der eingehenden Servicing-Anrufe, bei knapp 20 Prozent des Direktgeschäfts wird die Bonität geprüft, bevor ein Berater spricht.
Heute startete Redfin zudem eine Marketingreihe zum 250. Jahrestag der USA. Für die Kursfantasie spielt das eine Nebenrolle.
Schwacher Ausblick dämpft
Für das vierte Quartal erwartet Rocket einen bereinigten Umsatz von 2,1 bis 2,3 Milliarden Dollar. Der Markt hatte mit rund 2,57 Milliarden gerechnet. Compass Point bleibt bei "Buy", senkte das Kursziel aber auf 15 von 18 Dollar und verwies genau auf diese Lücke.
Die Aktie legte im vorbörslichen Handel dennoch gut drei Prozent zu, während die großen US-Indizes im Minus lagen. Anleger honorieren offenbar die operative Stärke stärker als die vorsichtige Prognose. Hypothekenzinsen von rund 7,3 Prozent belasten weiterhin die gesamte Immobilienbranche.
Die Liquidität von 11,4 Milliarden Dollar verschafft Rocket Spielraum. Entscheidend für den Kurs dürfte sein, ob der Konzern die 29 Prozent Marge auch im schwächeren Schlussquartal hält. Die Quartalszahlen liegen nun vor, der Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht (Form 10-Q) steht noch aus.
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