Rocket Lab Aktie: Kepler bucht ersten Neutron-Flug
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab hat den ersten kompletten Flug seiner neuen Neutron-Rakete an den kanadischen Satellitenbetreiber Kepler Communications verkauft. Damit gewinnt das Unternehmen einen prominenten Kunden fĂŒr seine Schwerlastrakete, obwohl diese noch keinen einzigen Testflug absolviert hat und der Erststart frĂŒhestens 2028 geplant ist.
Die Neutron soll Nutzlasten von mehr als 28.000 Pfund in den niedrigen Erdorbit bringen und Rocket Lab damit erstmals in direkte Konkurrenz zu SpaceX bei gröĂeren Missionen bringen. Bemerkenswert an dem Deal ist, dass sich Kepler bewusst gegen SpaceX und fĂŒr Rocket Lab entschieden hat.
Nach eigener Darstellung punktet Rocket Lab dabei mit vertikal integrierten Lösungen â ein Ansatz, den das Unternehmen zuletzt durch die Ăbernahme von Iridium-GeschĂ€ftsbereichen und Optical-Support-KapazitĂ€ten weiter ausgebaut hat.
Analystenkonsens bleibt trotz KursschwÀche positiv
Trotz der jĂŒngsten Kursverluste bewerten Analysten die Aktie mehrheitlich positiv. Von 22 BrokerhĂ€usern vergeben 13 ein Buy- und drei ein Strong-Buy-Rating, dazu kommen fĂŒnf Hold- und ein Sell-Votum. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 110,65 Dollar â deutlich ĂŒber dem zuletzt gehandelten Niveau. Das Konsensrating lautet "Moderate Buy".
Operativ zeigt Rocket Lab gemischte Signale: Im zweiten Quartal 2026 verfehlte das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie mit minus 0,08 Dollar die Erwartungen von minus 0,06 Dollar, ĂŒbertraf jedoch beim Umsatz mit 234,07 Millionen Dollar die KonsensschĂ€tzung von 231,62 Millionen Dollar.
Der Auftragseingang aus dem MilitĂ€rbereich untermauert das Wachstum zusĂ€tzlich: Erst kĂŒrzlich startete Rocket Lab im Rahmen der Victus-Haze-Ăbung der U.S. Space Force einen Satelliten binnen 16 Stunden und 42 Minuten â deutlich unter der geforderten 24-Stunden-Frist.
Zudem wĂ€hlte die NASA das Unternehmen fĂŒr zwei Wissenschaftsmissionen aus, PolSIR zur Erforschung von Eiswolken und TSIS-2 zur Messung der Sonnenenergie, abgesichert durch einen VADR-Vertrag mit einem Volumen von bis zu 300 Millionen Dollar ĂŒber zehn Jahre.
AktienverkĂ€ufe von FĂŒhrungskrĂ€ften folgen bekanntem Muster
Parallel zu den operativen Fortschritten wurden in den vergangenen Tagen mehrere AktienverkĂ€ufe von FĂŒhrungskrĂ€ften bekannt. Am 24. August verĂ€uĂerten Chief Accounting Officer Agostino Ricupati, SVP Arjun Kampani sowie ein weiterer Insider namens Frank Klein Aktien zum Kurs von 69,63 Dollar. Nach den Transaktionen halten die Beteiligten weiterhin umfangreiche Aktienpakete im Wert von mehreren Millionen Dollar.
Diese VerkĂ€ufe erfolgten im Rahmen von Rule-10b5-1-PlĂ€nen, die im Voraus festgelegt werden und typischerweise der Abdeckung von Steuerverbindlichkeiten aus der VergĂŒtung mit Aktien dienen.
Solche automatisierten VerkaufsplĂ€ne sind bei US-Technologieunternehmen ĂŒblich und lassen sich nicht ohne Weiteres als Signal fĂŒr eine negative EinschĂ€tzung der eigenen Aktie durch das Management deuten â sie folgen einem festen, vorab definierten Zeitplan unabhĂ€ngig vom aktuellen Kursniveau.
Regulatorisches Störfeuer von SpaceX
Belastend wirkt weiterhin der Streit um den geplanten Iridium-Deal im Volumen von 8 Milliarden Dollar. SpaceX hat bei der US-Regulierungsbehörde FCC eine PrĂŒfung des GeschĂ€fts gefordert und verweist auf einen Spektrumkonflikt mit den eigenen Starlink-Gateways. Der Ausgang dieses Verfahrens dĂŒrfte mitentscheidend dafĂŒr sein, wie schnell Rocket Lab seine Wachstumsstrategie im SatellitengeschĂ€ft umsetzen kann.
Der Aktienkurs spiegelt die Gemengelage aus Wachstumschancen und regulatorischer Unsicherheit wider: Am Freitag schloss das Papier bei 55,60 Euro, ein Minus von 4,1 Prozent auf Tagesbasis und von 11 Prozent auf Wochensicht.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 35 Prozent zu Buche â ein Hinweis darauf, dass die grundsĂ€tzliche Wachstumsgeschichte des Unternehmens am Markt weiterhin honoriert wird, auch wenn kurzfristige Nachrichten wie die InsiderverkĂ€ufe und der Regulierungsstreit fĂŒr VolatilitĂ€t sorgen.
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